Corona: Postler beklagen Hygiene-Bedingungen. Post-Bedienstete klagen, sie müssten ohne Handschuhe und Desinfektionsmittel arbeiten. Die Post verweist darauf, dass bereits Maßnahmen getroffen wurden.

Von Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 19. März 2020 (10:33)
Die Post ist derzeit besonders viel unterwegs
Symbolfoto: Knotz

Gleich mehrere Post-Bedienstete haben sich in den vergangenen Tagen bei der NÖN gemeldet, um ihrem Ärger über die - aus ihrer Sicht - nicht ausreichenden Maßnahmen der Post gegen die Ausbreitung des Coronavirus Luft zu machen: "Ich hätte gerne einen Mundschutz, oder wenigstens Handschuhe", sagen mehrere Briefträger unisono, "bislang haben wir jedoch weder das eine noch das andere bekommen." 

Ein Paketzusteller schildert, dass bei seiner Zustellbasis nach wie vor an die 100 Bedienstete auf engstem Raum Pakete sortieren und einladen würden: "Ich habe gefragt, ob wir Handschuhe und Desinfektionsmittel haben können, schließlich hält sich das Virus, soweit wir wissen, auch einige Zeit auf den Paketen." Von den Vorgesetzten hätte es jedoch geheißen, dass weder Handschuhe noch Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt würden.

Post-Sprecher Michael Homola verweist gegenüber der NÖN darauf, dass in den Zustellbasen "sehr wohl der Mitarbeiterabstand von mindestens einem Meter eingehalten wird".

Wie sieht es mit Handschuhen und Desinfektionsmittel aus? "Handschuhe wurden organisiert und befinden sich in der Verteilung", sagt Homola: "Desinfektionsmittel werden seit letzter Woche versucht zu organisieren - Stichwort ,ausverkauft'." Falls es Mitarbeiter jedoch "in Eigenregie" geschafft haben, ein Mittel zu kaufen, würden die Auslagen dafür von der Post ersetzt.

Fragen & Antworten für Kunden

Insgesamt tue man, was man könne, sagt Homola: "Die Österreichische Post gilt als kritische Infrastruktureinrichtung und wird weiterhin dafür sorgen, die Leistungen im Logistikbereich, bei der Zustellung sowie den Filialbetrieb wie gewohnt zu erbringen. Für alle Mitarbeiter wurden bereits verschärfte Verhaltensregeln herausgegeben, diese gelten in den Filialen sowie bei unseren Zustellern. Diese werden außerdem den persönlichen Kontakt zu unseren Kunden auf ein erforderliches Minimum reduzieren."  Die Zustellung aller Sendungen erfolge nun kontaktlos, "das heißt die Sendungen werden nach Anläuten und mündlicher Information in die Briefkästen gelegt oder vor der Eingangstür abgestellt."

Für Kunden, die Fragen haben, hat die Post übrigens die wichtigsten Fragen & Antworten auf ihrer Website zusammengestellt (nachzulesen hier) - die Seite wird auch laufend aktualisiert, damit sich Post-Kunden stets aktuell informieren können.

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind Briefe und Pakete nach wie vor sicher. Auch die WHO hat Fragen und Antworten zusammengetragen, die (auf Englisch) hier zu finden sind.