Kellner unter Beschuss. „Facebook-Nazis der FPÖ“ /  Die Bad Fischauer FPÖ-Gemeinderätin Andrea Kellner steht als Administratorin einer hetzerischen Facebook-Gruppe im Kreuzfeuer der Kritik.

Erstellt am 26. August 2013 (00:00)
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Von Fritz Hauke

BAD FISCHAU-BRUNN / Da staunte Andrea Kellner nicht schlecht: Genau an ihrem 48. Geburtstag macht das Nachrichtenmagazin „News“ mit der Geschichte „Die Facebook Nazis von der FPÖ“ auf –  und deckt hetzerische Postings gegen Muslime, Ausländer und Co. in der geheimen Gruppe „Wir stehen zur FPÖ!“ auf. Denn die Bad Fischauer FPÖ-Gemeinderätin ist bei dieser Geschichte mittendrin statt nur dabei. Als eine von sieben Administratoren steht sie jetzt im Kreuzfeuer der Kritik.

"Habe sogar Morddrohungen erhalten"

Sie ist sich keiner Schuld bewusst: „Ich kann nicht 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche kontrollieren, was auf Facebook passiert.“ Kellner distanziert sich von den ausländerfeindlichen Kommentaren anderer Gruppenmitglieder: „Ich bin gegen jede Form von Hetze und Rassismus. Wir versuchen, solche Leute aus den Gruppen auszuschließen.“ Das ist auch in den Gruppenrichtlinien verankert (sie liegen der NÖN vor). Für Kellner waren die letzten Tage nicht leicht: „Ich habe sogar Morddrohungen erhalten. So etwas geht extrem an die Nerven. Du wirst fast paranoid und kannst nicht schlafen. Ich bin Mutter von drei Kindern –  um die mache ich mir vor allem Sorgen.“ Sie will die Drohungen diese Woche zur Anzeige bringen.

Ein weiterer FPÖ-Politiker aus dem Bezirk Wiener Neustadt ist Mitglied in dieser Facebook-Gruppe: Walter Gall aus Theresienfeld. Er meint dazu: „Auf Facebook kannst du ohne Zustimmung Gruppen hinzugefügt werden. Ich habe in dieser Gruppe weder etwas gelesen, noch geschrieben, oder sie sonst irgendwie wahrgenommen.“

Vonseiten der Bezirkspartei gibt es keinen Schnellschuss. Bezirkspartei-Obmann Peter Schmiedlechner: „Wir müssen erst sehen, wie viel Fleisch an der Sache dran ist. Erst dann werden wir uns überlegen, in welche Richtung wir agieren. Da wird auch die Bundes- und Landespartei entscheidend mitreden.“

Die Facebook-Gruppe wird übrigens weiterhin bestehen. „Jetzt erst recht“, meint Kellner.