Probleme sind Ansichtssache. Mathias Schranz über schwere Zeiten für die Stadt.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 14. August 2018 (03:06)

Das Dritte Reich hatte sich der Wirtschaftskraft von Wiener Neustadt gerne bemächtigt: In den Flugzeugwerken wurde im Jahr 1942 die Höchstzahl von 1.400 Fliegern für den Zweiten Weltkrieg gefertigt. Was unsere Stadt teuer bezahlen musste: Am 13. August 1943 flogen erstmals Bomber über die Stadt hinweg und entledigten sich ihrer tödlichen Fracht. Das Resultat: Rund 150 Tote, dazu 850 Verwundete. Viele weitere Angriffe mit noch viel mehr Todesopfern sollten folgen. Für die Wiener Neustädter Familien keine leichte Zeit: Die Väter auf dem Schlachtfeld, die Kinder fortgeschickt, die Mütter in den Bunkern.

Denkt man an diese dunkle Zeit, lässt das viele Probleme der Stadt in der Gegenwart geradezu lächerlich aussehen. Ein leerer Stand am Marienmarkt? Schmutzige Pflastersteine in der neuen Fußgängerzone? Ein Fünf-Minuten-Stau im Nachmittagsverkehr? Eigentlich nicht der Rede wert, wenn man denkt, was manche unserer Eltern und Großeltern erleiden mussten. Zumindest manchmal daran zu denken, wäre in der heutigen Zeit sicher kein Fehler.