Erstellt am 22. Januar 2019, 02:54

von Mathias Schranz

Rechten das Feld überlassen. Mathias Schranz über den Trauermarsch.

Die Anteilnahme beim friedlichen Trauermarsch war groß: Rund 700 Menschen nahmen nach dem Mord an Manuela an der Veranstaltung teil, viele kamen aus dem Kriegsspital, um dem Mädchen aus „ihrem Viertel“ zu gedenken. Stadtpolitiker waren nicht zu sehen – was mit den Veranstaltern zu tun haben könnte: Eine eher unbekannte rechtsgerichtete Plattform, die im Vorfeld die Teilnehmer bat, keine Parolen zu schwingen – um es dann via Plakat und Megafon selbst zu tun. Einer von ihnen: Ein ehemaliger Gemeinderat der FPÖ, der aus der Partei ausgeschlossen wurde, weil er des Öfteren mit Gedankengut aus der Nazizeit in Verbindung gebracht wurde.

Schade, dass es nach der Gräueltat seitens der Stadtpolitik zwischen den Parteien keinen Schulterschluss gegeben hat, um zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung einzuladen. Das hätten sich die vielen trauernden Menschen der Stadt verdient gehabt. So hat man der rechten Seite das Feld überlassen.