Schwierig auf den 2. Blick. Über das geforderte Waffenverbot.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 10. September 2019 (04:00)

Neben den erfreulichen Dingen in der Stadt, wie etwa das bunte Stadtfest samt den erfolgreichen Konzerten, ist in den letzten Tagen vor allem über den Bahnhofsbereich gesprochen worden. Die Bluttat, bei der ein 28-Jähriger niedergestochen wurde, schockiert und gibt Anlass für neue Diskussionen. ÖVP und FPÖ fordern ein Waffenverbot.

Die auf den ersten Blick logische Forderung sieht auf den zweiten Blick schon anders aus. Denn erstens müssen für solche Verbote etliche Vorfälle an einem bestimmten Ort passiert sein – was am Bahnhof nicht der Fall ist.

Zweitens kann die Polizei nur auf einen konkreten Verdacht hin kontrollieren und das auch nur im Rahmen ihrer ohnehin personell eingeschränkten Möglichkeiten. Und der aktuelle Fall zeigt: Wie das Opfer gegenüber der NÖN erzählt, dürfte der Angreifer nach dem Streit die Waffe von zu Hause geholt und dann zugestochen haben. Ein Waffenverbot hätte hier nichts gebracht – wie bei fast allen willkürlichen Gewalttaten.