Herz am rechten Fleck. Fritz Hauke über Jürgen Riedls Trainercomeback.

Von Fritz Hauke. Erstellt am 07. Juni 2017 (03:03)

Die Sonne ist in Sollenau schon längst untergegangen. Aus der Zeit, als in Niederösterreichs Amateurfußball niemand besser ausgezahlt hat, sind nur Erinnerungen und die Fotos an der Wand zurückgeblieben. Ein Jahr nach dem Rückzug in die 1. Klasse hat Sollenau einen alten Bekannten als Trainer zurückgeholt – Jürgen „Hopi“ Riedl. Riedl hat in der Kickerszene keinen leichten Stand, hat nach Jahren als Co-Trainer beim SC Wiener Neustadt und in Sollenau mit einem gewissen Stigma zu kämpfen. Der „Vorwurf“ des ewigen Co-Trainers haftet an ihm.

Doch dabei ist Riedl besser als sein Ruf. In der Vorsaison holte er mit den SC Amateuren in der 2. Landesliga den Klassenerhalt, schrieb stolze 17 Punkte im Frühjahr an. Das trauten ihm davor nur die wenigsten zu. Ungeachtet seiner Fähigkeiten als Trainer – sein Engagement in Sollenau zeigt, dass er das Herz am rechten Fleck hat. Und das ist ja auch das, worum es in diesem Sport in Wirklichkeit geht.

Riedls Rückkehr nach Sollenau muss auch seinen schärfsten Kritikern Respekt abringen, denn der Verein hat eine brutal schwere Saison vor sich – wenn Sollenau dieses Mal den Klassenerhalt packt, wäre alles andere als ein Abstieg in der kommenden Spielzeit eine Sensation.