Museumsdorf eröffnet: „Einzigartig in Österreich“. Museumsdorf startete mit neuem Konzept und absolutem Highlight in Saison.

Von Victoria Schmidt. Erstellt am 02. Mai 2019 (05:02)

Neu konzipiert, neu gestaltet und einzigartig, so wurde das Museumsdorf beim Festakt am Sonntag der Öffentlichkeit präsentiert. Der Fokus lag aber klar auf dem wieder errichteten Tannbauer-Gehöft.

Museumsleiter Rainer Holzbauer betonte dabei, dass seit dem ersten Gemeinderatsbeschluss zur Neugestaltung im 2012 (die NÖN berichtete) alle Beschlüsse einstimmig waren. „Das ist nicht selbstverständlich, aber wesentlich“, so die Gemeindevertreter. Nach einigen Ideen, die wenig zielführend schienen, kam die „Rettung“ in Form des Tannbauern, eines seit 1949 unbewohnten Hauses in Krumbach Unterhaus, das dem Ende nah war, so Holzbauer.

Schmidt
Gitti Spreitzer bei einer Führung im neu gestalteten Museum mit Sebastian Tanzler.

In der Folge wurde das Gebäude auf Initiative von Alt-Landesrat Franz Blochberger und Hermann Fuchsberger vom Bundesdenkmalamt von der Gemeinde gekauft, wissenschaftlich untersucht und am alten Standort abgebaut. „240 Tonnen Steine und relativ viel Holz waren das Ergebnis“, so Holzbauer.

„Der Steinhaufen“ wurde schließlich von der polnischen Firma „Archeo Serwis“ wieder aufgebaut. Ulrike Vitovec vom Museumsmanagement erklärte: „Noch nie hat es in Niederösterreich so eine Übertragung gegeben und in Österreich noch nie in dieser Qualität.“

Der Tannbauer sei somit einzigartig. Das bestätigte auch Fuchsberger. Er hielt fest: „Die Translozierung eines Gebäudes sollte der Ausnahmefall bleiben, aber in diesem speziellen Fall ist sie gerechtfertigt – denn es ist eines der ältesten Gebäude Niederösterreichs.“ Ende des Jahres soll auch eine Publikation über den Tannbauern erscheinen, verriet der Denkmalschützer. Kurz vor der Eröffnung wurde zudem ein Altar, der in den 60er-Jahren den Tannbauern verließ, zurück in den Herrgotts-Winkel gestellt. „Der Tannbauer hat damit seine Seele wieder“, so Rainer Holzbauer.