Kreisverkehr lässt die Wogen hochgehen. Lanzenkirchen veränderte Kreisverkehr, in Bad Erlach beschimpfte ein SPÖ-Gemeinderat Bürgermeister Rädler.

Von Victoria Schmidt. Erstellt am 02. Oktober 2018 (05:06)
Schmidt
Der Kreisverkehr in Haderswörth führt nach Föhrenau und Schwarzau, nach Wiener Neustadt, in den Lanzenkirchner Ortskern und nach Bad Erlach. Am Donnerstag wurden die bisherigen Wassersäulen durch die Golf-Kreation ersetzt. Der Lanzenkirchner Gemeinderat beschloss die Neugestaltung des Kreisverkehrs bereits im Mai. Im Bild: der Kreisverkehr mit Blick Richtung Bad Erlach.

Wie berichtet, entschied der Lanzenkirchner Gemeinderat im Mai die Neugestaltung des Kreisverkehrs in Haderswörth – statt der Wassersäulen wurden ein Golfball samt angedeutetem Golfschläger beschlossen.

Am Donnerstag war es so weit: Die von der Firma „Aktiv Ladenbau“ gefertigte Konstruktion, auf deren Sockel die Bourbonen-Lilie zu sehen ist, wurde am Kreisverkehr aufgestellt.

Heiße Diskussion im Internet entbrannt

Wenig später machte die Neugestaltung bereits in den sozialen Netzwerken die Runde. Bis Freitag 9.30 Uhr hatten in der Facebook-Gruppe „Bad Erlach und Umgebung“ bereits über 50 Nutzer ihre – überwiegend negative –

Meinung dazu kundgetan. Viele Bad Erlacher Bürger mokierten sich darüber, dass ihre Ortseinfahrt nun verunstaltet sei oder gingen davon aus, die Neugestaltung des Kreisverkehrs sei vom Bad Erlacher Ortsparlament initiiert worden.

Die Diskussion heizte sich schließlich so auf, dass sich auch Bad Erlacher Gemeinderäte einbrachten. Der SPÖ-Obmann und Geschäftsführende Gemeinderat Martin Fochler schrieb: „Zum Glück haben wir so einen Blickfang nicht in unserem Ort.“ und „das hätte unser Bürgermeister nie zugelassen“. SPÖ-Gemeinderat Hannes Gmeiner antwortete: „Unser Bgm. na sicher! Da selbe B....!“

Rücktrittsaufforderung an SPÖ-Mandatar

Für ÖVP-Bürgermeister Hans Rädler ist das eine „unfassbare Entgleisung“. „Das habe ich in ganz Niederösterreich noch nicht erlebt, ich habe Herrn Gmeiner aufgefordert zurückzutreten“, so der Ortschef. Die Rücktrittsaufforderung an den Mandatar hat er auch an Bezirksobmann Reinhard Hundsmüller und Landesparteivorsitzenden Franz Schnabl übermittelt. Rädler weiter: „Eine Privatklage wurde bereits eingeleitet, wo auch der SPÖ-Obmann als Zeuge geladen sein wird.“ Fochler habe das Posting nämlich als „Privatsache“ emeiners bezeichnet – und öffentliche Aussagen eines Mandatars könnten nie Privatsache sein.

Fochler wollte sich gegenüber der NÖN nicht äußern, Gmeiner erklärt: „Ich habe es eigentlich so gemeint, dass unser Bürgermeister genauso gehandelt hätte wie der Lanzenkirchner Bürgermeister.“ Der falschen Wortwahl sei er sich bewusst, „deshalb habe ich den Post auch wieder gelöscht“, so Gmeiner zur NÖN. Was die Rücktrittsaufforderung betrifft, will er noch keine Stellungnahme abgeben, das sei derzeit eine interne Angelegenheit.

„Geschmäcker sind eben verschieden“

In Lanzenkirchen sieht man die Sache gelassen: „Der Kreisverkehr gehört nun einmal zu Lanzenkirchen. Wir haben ein Zeichen gesetzt, dass wir eine Golfgemeinde sind“, so ÖVP-Ortschef Bernhard Karnthaler, der sagt: „Geschmäcker sind nun einmal verschieden.“ Der Facebook-Diskussion gewinnt er etwas Gutes ab: „Vielleicht sind ja jetzt die Gemeindegrenzen etwas klarer.“