Friedl Pauer-Rüel wird Hanf-Bauer. Bekannter Landwirt aus Lichtenwörth startete mit Cannabispflanzen-Aufzucht. Gewonnenes Öl für Krebs-Therapie.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 25. November 2020 (05:57)
Markus und Friedl Pauer-Rüel in ihrer Hanfplantage.
Franz Baldauf

Es grünt so grün bei Friedl Pauer-Rüel: 500 Schweine sind in einer Halle 3.500 Hanfpflanzen gewichen. Aus den Pflanzen wird dann Öl gewonnen, dessen Wirkstoffe CBD und CBG unter anderem in der Krebs- und Schmerztherapie eingesetzt werden.

„Mein Sohn Markus, der großen Anteil am Projekt hat, hat mich schon vor ein paar Jahren darauf angesprochen – heuer ist es konkret geworden“, erzählt der Hanf-Bauer. Bei „ein paar Flascherl Wein beim Halbwax“ hat er gemeinsam mit Rechtsanwalt Peter Wittmann (ehemaliger Bürgermeister von Wiener Neustadt und Nationalrat) und Mario Sajowitz das Projekt fixiert. „Wir sind in die Schweiz gefahren, haben uns dort Plantagen angeschaut“, sagt Friedl Pauer-Rüel.

Derzeit läuft die Trocknung der Pflanzenteile.
Baldauf

Ab März hieß es dann: Schweine raus, Pflanzerl rein. Wobei: So leicht ist die Zucht der Pflanzen gar nicht: „Beleuchtung, Bewässerung und Luftfeuchtigkeit müssen passen, sonst kommen Krankheiten und Schädlinge“, erklärt der Lichenwörther, dem das Projekt eine Menge Spaß macht: „Ich geh‘ jeden Tag kontrollieren und Pflanzerl streicheln.“ Apropos Kontrolle: Die ist auch in chemischer Sicht bei den Pflanzen notwendig. Denn der THC-Gehalt (auf den es etwa bei Joints ankommt) muss in Österreich unter 0,3 Prozent liegen. War Friedl Pauer-Rüel am Anfang noch skeptisch, ist es für ihn mittlerweile ein zukunftsweisendes Projekt: „Man sieht, was man in der Landwirtschaft alternativ machen kann. Wir wollen eng mit Pharmafirmen zusammenarbeiten, wichtig ist dabei, immer die gleiche Qualität liefern zu können. Die notwendigen Zertifikate dafür haben wir bereits.“ Und er ist überzeugt: „Die Ware wird uns aus den Händen gerissen.“