Sondersitzung für neuen Sportplatz. Ausschreibung für Hochbau soll widerrufen werden. LPL legte mittlerweile Aufsichtsbeschwerde gegen Ortschef Richter ein.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 12. Juni 2019 (04:50)
Kristina Veraszto
Der im Bau befindliche Sportplatz ist heute, Mittwoch, der einzige Tagesordnungspunkt für die Sondergemeinderatssitzung.

Der Gemeinderat tagt heute, Mittwoch, in einer Sondersitzung über den Neubau des Sportplatzes. Konkret soll die Ausschreibung für den Hochbau widerrufen werden. Wie SPÖ-Bürgermeister Harald Richter gegenüber der NÖN erklärt, waren die Kosten für die Errichtung des Mannschafts- und Tribünengebäudes zu hoch ausgefallen, weshalb erneut beauftragt werden muss. Netto wurden für den Hochbau 600.000 Euro veranschlagt.

Die Sitzung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, was bei ÖVP und LPL für Kopfschütteln sorgt, denn gerade die Bevölkerung sollte eingebunden werden. Richter meint jedoch: „Die Sitzung ist nicht dazu da, um sich politisch zu profilieren.“ Die LPL hat mittlerweile an das Land NÖ eine Aufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister Richter eingebracht. Kritisiert wird laut Gemeinderat Harry Müllner vor allem die unzulängliche Planung des Projekts, mögliche Kostenüberschreitungen sowie fehlende Gemeinderatsbeschlüsse und die Tatsache, dass für den Neubau noch keine Baugenehmigung vorliegt. „Das bringt das Fass zum Überlaufen“, so Müllner.

Manuel Zusag: "Kein Gesamtkonzept"

Fassungslos über den jetzigen Stand des Projekts ist auch ÖVP-Gemeinderat Manuel Zusag: „Das ganze Übel hat damit begonnen, dass wir den alten Sportplatz verkauft haben, ohne ein Gesamtkonzept für den neuen zu haben.“ Bereits vor Projektstart hätte es laut Müllner und Zusag ein Verzeichnis aller baulichen Leistungen geben müssen und welche Kosten mit diesen verbunden sind.

Fertigstellung auf Dezember verschoben

Zur noch ausständigen Baugenehmigungen meint Richter: „Da wir uns für den Vollausbau entschieden haben, mussten im Einreichplan Änderungen vorgenommen werden. Wenn wir mit dem Hochbau beginnen, wird der Baubescheid fertig sein.“ Mittlerweile hat der Ortschef aber die Nase voll: „Die Opposition sieht sich immer in der Opferrolle. Sie waren in alle Planungsschritte eingebunden. Den Schwachsinn, dass der Bürgermeister eine ,One-Man-Show‘ abzieht, kann ich nicht mehr hören. Eine Zusammenarbeit sieht anders aus.“

Aufgrund der erneuten Ausschreibung musste laut Bürgermeister Richter der Fertigstellungstermin verschoben werden. Statt im Herbst wird der neue Sportplatz erst im Dezember für den SC bereit stehen.