Liebe brachte Beamten vor Gericht. Die Liebe zu einer Chinesin, die hierzulande illegal als Prostituierte gearbeitet hatte, brachte einem ehemaligen Beamten einen Strafprozess ein, der allerdings mit einem Freispruch endete.

Erstellt am 25. März 2014 (13:19)
NOEN, BilderBox - Erwin Wodicka / wodi (BilderBox - Erwin Wodicka / wodi)
Freispruch vom Vorwurf der Schlepperei: So lautete am Dienstagnachmittag am Landesgericht Wiener Neustadt das Urteil über einen ehemaligen Beamten, der einer illegal aufhältigen Chinesin, mit der er mittlerweile verheiratet ist, die Ausreise ermöglicht haben soll. Auch die als Helfer mitangeklagten Landsleute der Frau wurden freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, denkt das Gericht, wie es hieß, hinsichtlich des ebenfalls angeklagten Amtsmissbrauchs über eine Diversion nach - der Mann hatte "ohne dienstliche Notwendigkeit" eine Registerabfrage im EKIS-System zum Aliasnamen seiner Geliebten getätigt. Damit würde der 55-Jährige unbescholten bleiben.

Der 55-Jährige hatte sich "zu der einmaligen Blödheit" schuldig bekannt. Der Mann hatte "ohne dienstliche Notwendigkeit" eine Registerabfrage im EKIS-System zum Aliasnamen seiner Geliebten getätigt. "Aus Unüberlegtheit, aber hoffentlich aus menschlichen Gründen nachvollziehbar", rief er die Daten der Chinesin ab. Er habe schauen wollen, wie ihr asylrechtlicher Status gewesen sei, rechtfertigte sich der Niederösterreicher, gegen den auch ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden sein soll.

Heirat in China

Als er sah, dass die Frau illegal hier weilte, soll er ihr die Ausreise nach Italien und von Mailand aus den Flug nach Schanghai ermöglicht haben. Das wurde als Schlepperei angeklagt. Der 55-Jährige flog mit, in China vollzog man die "Liebesheirat" (O-Ton des Angeklagten). Damit die Ehe auch nach österreichischem Recht anerkannt wird, fehlt nur mehr ein Papier, erklärte der Mann dem Richter. Mit auf der Anklagebank saßen am Dienstag auch noch fünf chinesische Staatsbürger (drei Männer, zwei Frauen), u.a. deswegen, weil sie bei der Schlepperei mitgeholfen haben sollen.

"In 40 Jahren Dienstzeit habe ich mir nie etwas zuschulden kommen lassen. Die Datenabfrage war eine einmaliger Vorgang, der mir nie wieder passieren wird. Ich bereue das alles zutiefst", gestand der Angeklagte.