Wiener Neustadt

Erstellt am 01. Februar 2018, 16:25

von Philipp Hacker-Walton

Germania: ÖVP bezichtigt SP-Wittmann der Lüge. Schwere Vorwürfe erhebt die Wiener Neustädter ÖVP gegenüber SP-Bezirkschef Nationalratsmandatar Peter Wittmann.

Peter Wittmann, SPÖ, unter Beschuss.  |  NOEN, Franz Baldauf

Nachdem am Dienstag bekannt geworden war, dass ein früherer SPÖ-Stadtbaudirektor der „Illustrator“ jenes Liederbuches der „Germania“ ist, in dem sich auch NS-verherrlichende Texte finden, hatte Altbürgermeister Wittmann in der „ZiB2“ am Mittwoch gemeint, er habe zwar gewusst, dass „sein“ Baudirektor „in einer Burschenschaft gewesen ist, aber nicht in welcher“.

„Es steht außer Zweifel, dass Peter Wittmann die Öffentlichkeit gestern angelogen hat“, sagt ÖVP-Nationalratsmandatar Hans Rädler. Er bezieht sich auf ein Foto, das Wittmann gemeinsam mit dem mittlerweile aus der SPÖ ausgeschlossenen Baudirektor zeigt.

VP-Mandatar Hans Rädler  |  Baldauf

Der Anlass, so Rädler: Die „Germania“ habe anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt am 16. Mai 1994 im Stadttheater „Studentenlieder einst und jetzt“ vorgetragen – und der Stadt einen Gedenkstein übergeben. Rädler: „Es stellen sich daher einige Fragen: Warum lügt Peter Wittmann? Was wusste er von den Vorgängen bei der Germania? Und vor allem, hätte es den Parteiausschluss seines ehemaligen Mitarbeiters schon viel früher geben müssen? Es ist für mich unverständlich, dass Peter Wittmann lauthals nach Verantwortung schreit und dann selbst in so einer heiklen Frage die Unwahrheit sagt. Daher fordere ich Peter Wittmann zum Rücktritt auf.“

Wittmann: "Ich werde nicht zurücktreten"

Wittmanns Replik:  „Offensichtlich ist ihm sein Wahlergebnis für Bad Erlach, das eines der schlechtesten der ÖVP in Niederösterreich war, in den Kopf gestiegen. Ich möchte festhalten, dass ich bei der damaligen Wahl, zu der ich in Wiener Neustadt angetreten bin, die absolute Mehrheit gewonnen habe und nicht abgewählt wurde.“

Weiters hält der SP-Bezirkschef fest: „Rädler hat selbst die Unwahrheit gesagt, ich wurde nicht abgewählt. Ich verstehe allerdings schon, dass man in der ÖVP ob dieser Causa nervös ist. Und ich kann ihn beruhigen, ich werde nicht zurücktreten.“