Thermen-Betreiber fordern rasche Wieder-Eröffnung. Geschäftsführer warnen: "Uns steht das Wasser bis zum Hals." Eine Öffnung der Thermen erst nach Ostern "würden viele Betriebe nicht überleben".

Von Red. Wr. Neustadt. Erstellt am 28. Januar 2021 (13:31)
Doris Walter (Römertherme Baden), Bernhard Strohmeier (Sole Felsen Welt Gmünd), Stefan Nowatschka (Asia Resort Linsberg) und Reinhold Hofmann (Therme Laa Hotel & Silent Spa)
Badener KurbetriebsgesmbH

Als "Initiative Therme Plus" haben sich heimische Thermenbetriebe zusammengeschlossen. Sie fordern eine baldige, kontrollierte Wieder-Eröffnung.  "Den österreichischen Thermen steht das Wasser bis zum Hals", heißt es in einer gemeinsamen Aussendung: "Nach mittlerweile 7 Monaten, in denen die Betriebe geschlossen bleiben mussten, lassen Förderungen zum Teil noch immer auf sich warten, unzählige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind weiterhin in Kurzarbeit und eine Veränderung der Situation ist nicht in Aussicht."

Zwar hätten viele der Thermen bereits die zugesagten Förderungen erhalten, zahlreiche andere warten aber weiterhin verzweifelt auf ihre Unterstützung in Form von Fixkostenzuschuss und Umsatzersatz. Besonders problematisch dabei: Nicht nur den Thermen steht inzwischen das Wasser bis zum Hals – wirtschaftlich betroffen sind ganze Regionen und ihre Bevölkerung. Vom Kochlehrling und der Physiotherapeutin über den Taxifahrer bis hin zur Milchbäuerin.

„Wir haben eine soziale Verantwortung! Mit jedem Tag, den wir geschlossen bleiben, verlieren 5.000 Partner in den Regionen Aufträge. Und mit jedem Tag verlieren wir die Bindung zu unseren über 6.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von denen sich die meisten in Kurzarbeit befinden. Wir riskieren, dass diese wertvollen Fachkräfte unserer Branche den Rücken kehren…“, meint Ing. Walter Kois, Geschäftsführer der Therme Linsberg Asia und Mitglied der Initiative Therme PLUS, die im vergangenen Herbst als Zusammenschluss von 35 heimischen Thermen gegründet wurde. Eine Wiedereröffnung erst nach Ostern gilt als „worst case“ – das, so Kois, würden wohl „viele Betriebe nicht überleben“.

Nicht nur wirtschaftlich ist die Lage angespannt. Ein großer Kritikpunkt der Thermenbetreiber ist die fehlende Planbarkeit; eine Therme von null auf Normalbetrieb hochzufahren dauert Wochen. „Wir wissen nicht: Wann und unter welchen Voraussetzungen dürfen wir endlich aufsperren?“, fragen die Mitglieder der Initiative. Unsicher sei mitunter, ob Hotels und Thermen gleichzeitig öffnen dürfen, welche Kapazitätsbeschränkungen zu erwarten sind, ab wann wieder mit Gästen aus dem Ausland zu rechnen ist und welche Auflagen (Stichwort „rein-Testen“) bei Wiedereröffnung gelten sollen.