Piplics verlässt die Pfarre Kirchschlag. Thomas Marosch aus Gumpoldskirchen folgt Otto Piplics nach, der ein „Sabbatjahr“ konsumiert.

Von Franz Stangl. Erstellt am 11. Juli 2020 (05:34)
2001 übernahm Pfarrer Otto Piplics die Geschicke der Pfarre Kirchschlag, hier im Bild rechts bei seiner Amtseinführung zu sehen.
Franz Stangl

Den Pfarren Kirchschlag und Bad Schönau steht mit Anfang September eine einschneidende Veränderung bevor. Der seit knapp 19 Jahren als Seelsorger tätige Pfarrer Otto Piplics verlässt aus gesundheitlichen Gründen seine Pfarren, um ein von Erzbischof Christoph Schönborn genehmigtes „Sabbatjahr“ in Anspruch zu nehmen. In dieser Zeit möchte Piplics Fort- und Weiterbildung betreiben. Doch auch nach dieser Zeit wird er nicht wieder als Pfarrer nach Kirchschlag zurückkommen.

Unterdessen steht aber sein Nachfolger als Pfarrer fest. Der in Gumpoldskirchen geborene und zurzeit in der Pfarre Bockfließ tätige Pfarrvikar Thomas Marosch wird an seine Stelle treten. Eine weitere Umbesetzung betrifft den Kaplan – statt Rochus Hetzendorfer kommt Diakon Christoph Sperrer, der im Oktober in Rom zum Priester geweiht wird.

Im Jahr 2001 übernahm Otto Piplics die Pfarre Kirchschlag von seinem Vorgänger Heinrich Plank. In den Jahren setzte Piplics zahlreiche Projekte um: Ab 2002 veranstaltete er Kindermusicals im Pfarrheim, veranlasste 2004 in Vorbereitung auf die Passionsspiele 2005 einen umfassenden Umbau des Passionsspielhauses sowie die Sanierung der Kirchenglocken. Im darauffolgenden Jahr stürzte er sich in seine erste Passionsspielsaison, die 18.870 Besucher nach Kirchschlag brachte.

Das Jahr 2006 brachte dann mit der Ernennung zum Dechant sowie der Sanierung der Pfarrkirche weitere Aufgaben. Zahllose von ihm umgesetzte Veranstaltungen kamen in den Jahren noch dazu. Lobende Worte gibt es zum Abschied von der stellvertretenden Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Gertrude Doppler: „Er hatte die Gabe, aus jedem Anlass ein Fest zu machen.“

2015 übernahm Piplics erstmals auch die Regie – und zwischendurch betreute er sogar die Pfarren Hochwolkersdorf und Schwarzenbach mit. Letztlich sei es ein Übermaß an Belastung gewesen, das zu seiner Entscheidung geführt hätte, eine Auszeit einzulegen: „Vor zweieinhalb Jahren hatte ich einen Punkt erreicht, wo ich das Gefühl hatte, in meinem eigenen Leben nicht mehr vorzukommen, und wo ein Burnout in greifbarer Nähe war,“ gestand er im vorletzten Kirchschlager Pfarrblatt.

Im Herbst 2019 sprach er erstmals mit einigen Pfarrgemeinderäten über seinen geplanten Ausstieg – am 6. Jänner gab er schließlich im Rahmen eines Gottesdienstes die Entscheidung bekannt, die Pfarre verlassen zu wollen.

Wer neuer Dechant wird, ist noch nicht bekannt.