Trauer um Bad Erlachs Alt-Ortschef Franz Ofenböck. SPÖ-Lokalpolitiker verstarb im 91. Lebensjahr. Zwischen 1984 und 1997 bekleidete er - unterbrochen von zwei Jahren - das Bürgermeisteramt in Bad Erlach.

Von Stefan Zehetner. Erstellt am 26. Juli 2020 (19:56)
Franz Ofenböck.
Gemeinde/privat

Über alle Parteigrenzen hinweg trauert man in der Gemeinde um den beliebten Alt-Bürgermeister: Franz Ofenböck war für die SPÖ von 1984 bis 1997 als c tätig, unterbrochen nur von zwei Jahren, 1987 bis 1989, in denen er sich aufgrund der Krebserkrankung seiner ersten Ehefrau Adelheit aus dem politischen Leben zurückzog, um diese zu pflegen und gemeinsam mit ihr ihre letzten Lebensjahre zu verbringen.

Rädler: ,,Stets auf persönliche Harmonie bedacht!"

„Obwohl wir uns in dieser Zeit des Öfteren politische Auseinandersetzungen geliefert haben, waren wir stets auf die persönliche Harmonie bedacht“, sagt ÖVP-Bürgermeister Hans Räder, den mit dem verstorbenen Alt-Bürgermeister eine tiefe Freundschaft über alle Partei- und Ideologiegrenzen hinaus verbindet. Anerkennung findet er auch für die Leistungen, die Ofenböck für Bad Erlach erbrachte. In seine Amtszeit fiel die Erhebung zur Marktgemeinde, der Bau des Gemeindeamts, die Sanierung der Volksschule und die Ortskanalisierung. Auch für den sozialen Wohnbau setzte sich der Alt-Bürgermeister ein.

Hagenhofer: ,,Wandelndes Lexikon!"

Ein wandelndes Lexikon nannte der Hochwolkersdorfer Historiker Johann Hagenhofer den Verstorbenen, weil er mit diesem viele Augenzeugen-Gespräche geführt hat. Und das kommt nicht von ungefähr. „Er konnte nicht nur die exakte Jahreszahl nennen“, so Hagenhofer, „sondern auch das Datum, den Wochentag und die Uhrzeit. Das ist unglaublich.“ Und so rief Ofenböck am 2. Mai 2020 den amtierenden Bürgermeister an, um ihm zu seinem 20-jährigen Bürgermeisterjubiläum zu gratulieren. Dass es exakt der 2. Mai 2000 war, daran konnte sich auch Hans Rädler nicht mehr erinnern, wie er zugab.

Auch als begeisterter Sportler aktiv

Franz Ofenböck war aber nicht nur politisch engagiert. Der ehemalige Lokführer der ÖBB war auch begeisterter Sportler. Im Fußball war er aktiv, ehe er als Präsident, Ehrenpräsident und Obmann fungierte. In späteren Jahren verlegte er sich auf Kegeln und Schach, wo er erster Vereinsmeister wurde. Mit 22 Jahren fuhr er, gemeinsam mit Franz Linzer und Kurtz Frais, mit dem Rad nach Velden und legte die 300 Kilometer an einem Tag zurück.

Besonders in Erinnerung blieb seinen Weggefährten die Anekdote Ofenböcks zweiter, geheimer Hochzeit. Gaby lernte dieser zufällig während einer Busreise kennen und im November 2004 wurde in Bad Erlach geheiratet. Nur die Standesbeamtin durfte davon wissen. Erst nach der Trauung wurde Bürgermeister Rädler unterrichtet. „Glücklicherweise war ich damals mit meinem SPÖ-Pendant, Leopold Melchard, gerade auf Gratulationstour“, schildert Rädler, „so waren wir zumindest für den Anlass gut gekleidet.“

SPÖ-Obmann Fochler: ,,Bad Erlach ein Stück von Franz Ofenböck!"

„Bad Erlach, wie wir es heute kennen, ist und bleibt ein Stück unseres Altbürgermeisters Franz Ofenböck“, sagt SPÖ-Obmann Martin Fochler, „sein Werk, seine Persönlichkeit, sind untrennbar mit unserer Marktgemeinde verbunden. Danke, lieber Franz, für all deine Kraft und deine Leidenschaft, mit der du dich kraft deines Amtes, und aus persönlicher Überzeugung, für uns, für Bad Erlach, eingesetzt hast.“ Und ÖVP-Bürgermeister Rädler fügt hinzu: „Ich wäre nie Bürgermeister geworden, wenn mein Freund im Jahr 2000 nochmals kandidiert hätte. Seine Beliebtheit in der Bevölkerung war riesig.“