SPÖ verliert Grundmandat. Im Wahlkreis Wiener Neustadt/Neunkirchen verpasste die SPÖ um 92 Stimmen das Grundmandat. Spitzenkandidaten Petra Vorderwinkler kommt über Landesliste in den Nationalrat.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 04. Oktober 2019 (17:51)
Kristina Veraszto
Die neue Nationalrätin Petra Vorderwinkler mit SPÖ-Bezirkschef Reinhard Hundsmüller.

Mit der Auszählung der letzten Tranche an Wahlkarten ist es fix: Die SPÖ verliert im Wahlkreis Niederösterreich Süd ihr Grundmandat. Nur weitere 92 Wähler hätte die Partei überzeugen müssen, um auf die benötigten 27.765 Stimmen zu kommen.

Dass der Wahlkreis Süd das Grundmandat verloren habe, bezeichnet Neunkirchens SPÖ-Bundesrätin Andrea Kahofer als „sehr, sehr schmerzlich und für die Region katastrophal! Leider fehlt damit nach wie vor der direkte Vertreter im Nationalrat.“ Für Neunkirchens SPÖ-Stadtrat Günther Kautz liegen die Gründe für das desolate Ergebnis auf der Hand: „Schöne Grüße an unseren Vorsitzenden Schnabl, wenn solche Listen erstellt werden, darf man sich auch über das Ergebnis nicht wundern“, spielt er auf die Reihung an, wo die Newcomerin aus dem Wiener Neustädter Bezirk Petra Vorderwinkler ihrer Kollegin aus dem Neunkirchner Bezirk und Politroutinier Sylvia Kögler vorgezogen worden war.

SPÖ-Landesvorsitzender Franz Schabl stellte gegenüber der NÖN klar, dass die Listenreihung durch die Regionalkonferenz festgelegt werde. Aus dieser sei Vorderwinkler als Erstplatzierte hervorgegangen. Seitens der Landespartei habe man Kögler anschließend noch einen Platz nach vorne - also als Listenzweite - gereiht. "Leider gibt es den negativen Trend in allen Wahlkreisen. Die Partei war auf allen Ebenen nicht gut genug", sagt Schnabl.

Unterstützung bekommt die Hochwolkersdorferin Petra Vorderwinkler von SPÖ-Klubobmann und Bezirkschef Reinhard Hundsmüller. "Ich begebe mich nicht auf dieses Niveau, dass ich einer Parteikollegin über die Zeitung ausrichte, was ich von ihr halte. Petra Vorderwinkler ist zum ersten Mal angetreten und hat 2.674 Vorzugsstimmen bekommen. Daraus erkennt man, welches Potential sie hat", betont Hundsmüller.

Dass Vorderwinkler zwar nicht über das Grundmandat, aber über die Landesliste ins Hohe Haus einzieht, freut die Hochwolkersdorfer Bürgermeisterin Traude Gruber: "Sie hat sich wirklich eingebracht und dass jetzt eine Nationalrätin aus unserem Ort kommt, ist sehr gut. Ich wünsche ihr alles Gute."