Parade heuer abgesagt. Resolution geplant /  Bundesheer spart mit Absage der Parade zur Ausmusterung zwei Millionen Euro ein. ÖVP will Resolution für Parade.

Von Josef Kleinrath. Erstellt am 16. Juni 2014 (23:59)
NOEN, Franz Baldauf

WIENER NEUSTADT /  Diese NÖN-Schlagzeile vor zwei Wochen hat für massive Reaktionen in diversen Internet-Foren und für Gesprächsstoff weit über Wiener Neustadt hinaus gesorgt: Der Verteidigungsminister lässt prüfen, ob die Parade anlässlich der Ausmusterung in Wiener Neustadt Ende September aus Kostengründen einfach gestrichen werden soll.

Jetzt ist es fix: Die Parade findet heuer nicht statt. Peter Barthou, ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigt, dass der Sparzwang und die Planungen des Generalstabs diese Entscheidung für 2014 nötig gemacht haben: „Das gilt aber nur für heuer, für nächstes Jahr wird die Ausmusterungsparade neu beurteilt.“ Rund zwei Millionen Euro könnten so gespart werden, so Barthou: Personalkosten, Überstunden, Betriebsmittel, Unterkünfte würden in Summe diesen hohen Betrag ergeben. Die –  auch von der Militärakademie stark gekürzten – Ausmusterungsfeierlichkeiten finden übrigens am letzten Septemberwochenende statt.

NÖN-Umfrage: 60 %  sind für die Parade

In der Wiener Neustadt-Gruppe auf facebook etwa wurde intensiv darüber diskutiert, die NÖN hat auf nön.at dazu eine Umfrage gestartet. Rund 100 Personen stimmten über die Frage, ob die Ausmusterung stattfinden soll oder nicht, ab. Das Ergebnis: 60 Prozent der Teilnehmer unserer Internet-Umfrage sind für die Abhaltung der Parade.

Die ÖVP Wiener Neustadt will nun auch politisch ein Zeichen setzen. Vizebürgermeister Christian Stocker: „Ich bin für jeden Spargedanken offen, aber die Parade soll nicht gestrichen werden.“ Das sei ein fatales Signal, immerhin finde in der MilAk immer noch die Ausbildung aller Offiziere des Bundesheeres statt: „Die Parade ist auch identitätsstiftend. Das sollte einmal für das Bundesheer möglich sein.“ Vor allem auch im Lichte der Entscheidung für die Wehrpflicht: „Deshalb werden wir im Gemeinderat per Dringlichkeitsantrag eine Resolution zum Erhalt der Parade einbringen.“

Das zu unterstützen kann sich SPÖ-Bürgermeister Bernhard Müller vorstellen. Denn auch er sagt: „Sehr schade, dass die Parade nicht stattfindet und die guten Leistungen des Österreichischen Bundesheeres nicht einer großen Bevölkerung präsentiert werden.“ Allerdings sieht er auch die andere Seite: „Der Spardruck ist für alle öffentlichen Körperschaften enorm.“