Betriebe gegen Vandalen in Wiener Neustadt. Weiter Ärger über Vandalenakte bei Geschäftsleuten in der Innenstadt. Sie fordern die Stadtpolitik mit Petition jetzt auf zu handeln.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 08. September 2021 (06:02)

Die NÖN hatte vor einem Monat berichtet: Bei den Gastro-Unternehmern am Hauptplatz herrscht großer Ärger über Vandalenakte, die vor allem am Wochenende in den späten Abendstunden von betrunkenen Nachtschwärmern verursacht werden. Das Problem hat sich nicht verkleinert — im Gegenteil.

Bei einem NÖN-Rundgang bei Gastronomen am Hauptplatz wird von Essensresten, Müll und Körperflüssigkeiten auf Schanigartenmobilar und Boden berichtet, dazu kommen beschädigte Blumentröge. Oft werden Tische und Bänke auch beschädigt bzw. entwendet, „einen Tisch von uns haben wir vor wenigen Tagen in der Brodtischgasse gefunden“, erzählt etwa Bar-Chef Samuel Osipov (Elit). Auch Kaffeehausbesitzer Heinz Ferstl muss ein Inventar schon mal suchen gehen, bei Andrea Heppe vom „Arcaden Cafe“ wurde ein Blumengerüst aus Holz zerstört.

Gastronomen und Geschäfte am Hauptplatz haben deswegen einen Aufruf an die Stadtpolitik gestartet, tätig zu werden. In den letzten Tagen kursierte eine Unterschriftenliste – 17 Betriebe haben unterschrieben. Die Liste wurde an SPÖ-Gemeinderat und Herrengassen-Gastronom Rudolf Müllner übergeben, der das Thema auch mit SPÖ-Vizebürgermeister Rainer Spenger besprach. „Wir werden uns der Sache in der Stadtregierung annehmen“, so Spenger, der sich den Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes vorstellen kann. „Man sollte darüber nachdenken – es ist natürlich eine Frage der Finanzierung.“ Samuel Osipov vom „Elit“ schlägt in die selbe Kerbe: „Wenn einige Gastronomen mitzahlen, wäre es wahrscheinlich leistbar.“

Aus dem Bürgermeisterbüro heißt es, dass man laufend in engem Kontakt mit der Polizei sei und das Problem deswegen kenne. Man nehme die Anliegen der Unternehmer sehr ernst und werde sie mit der Polizei besprechen. Seitens der Polizei wird auf NÖN-Anfrage bestätigt, dass es in den letzten Wochen vermehrt zu Vandalenakten gekommen ist – wie übrigens auch zu Körperverletzungen. Am Wochenende gebe es deswegen verstärkte Streifentätigkeit, allerdings seien Vandalenakte, die binnen Sekunden passieren, nur schwer zu verhindern. Und: Nicht immer werden die – oft kleinen Delikte – angezeigt.

Trotzdem appelliert die Polizei, auch kleine Schäden anzuzeigen, nur so könne man sich ein Bild von der Situation machen.