Okkulte Tier-Rituale in der „Geistervilla“. Ehemalige Lungenheilanstalt zieht Geisterjäger an. Blutfund deutet auf okkulte Vorgänge hin.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 03. November 2014 (06:30)
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NOEN, Mathias Schranz

An einem sonnigen Herbstag ist der Weg dorthin ein schöner: Tannengrün wechselt sich mit färbigen Laubbäumen ab, es ist still, die Luft ist klar. Dann stellen sich ein paar verfallene Häuser in den Weg – ein kleiner Vorgeschmack auf das, was kommt: Die Stahlbeton-Balkone wollen auf den ersten Blick kein Ende nehmen, erst der zweite Blick fügt die Bilder zu einer gewaltigen Bruchbude zusammen.

Ein Insider-Tipp für „Geisterjäger“

1904 wurde das Lungensanatorium Wienerwald eröffnet, während der Nazizeit erlebt das Gebäude seine dunkelsten Jahre, wurde zu einem Mütterheim des von der SS gegründeten Vereins „Lebensborn“. Dort wurde die Geburt von „Arierkindern“ gefördert – 1.700 Babys sollen in Feichtenbach geboren worden sein.

1952 wurde das Haus komplett umgebaut, war später Kur- und Erholungsheim für die Krankenkasse, zuletzt das „Hotel Feichtenbach“. Seit 2002 ist alles vorbei, was dem Wahnsinn Tür und Tor öffnet: Ein Insider-Tipp für „Geisterjäger“ und jene, die über das Ziel hinausschießen, wie ein jüngster Fall beweist: In einem ehemaligen Badezimmer wurde vor wenigen Tagen massenweise Blut entdeckt. Boden, Einrichtung und Wände sind verschmiert – ein grauenhafter Anblick.

Ein „Ruinen-Fotograf“ schlug Alarm, die Pernitzer Polizei nahm die Ermittlungen auf. Seit Wochenanfang steht fest, dass es sich nicht um Menschen-, sondern um Tierblut handelt. Man geht von okkulten Ritualen mit Tierschlachtungen aus, „Spinnern“ eben. Genau wird man es aber nie wissen – die Ermittlungen in diesem Fall sind eingestellt.

Bereits drei illegale Rave-Partys aufgelöst

Immer wieder bereitet das Areal der Polizei Probleme: „In den letzten Jahren haben wir drei illegale Rave-Partys aufgelöst, das ist den Jugendlichen auch teuer zu stehen gekommen“, sagt der Pernitzer Polizei-Chef Harald Windbichler. Dazu kommen Vandalenakte an dem Gebäudekomplex, der inzwischen in einem Meer aus Glasscherben steht.

Deswegen ist der Ort auch vermehrt in den Blickpunkt der Polizei gerückt – verstärkter Streifendienst soll dem Spuk auf dem Areal ein Ende bereiten. Windbichler: „Geister gibt‘s hier sicher keine. Dafür Probleme, für all jene, die wir hier erwischen!“