Fahrer von Schülertaxi missbrauchte Wehrlose. Bei Fahrten zur Schule verging sich Buslenker mehrfach an Behinderter (13). Frau aus dem Piestingtal soll ihn angestiftet haben.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 04. Dezember 2018 (04:16)
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„Es ist unverzeihlich, was ich da gemacht habe“, kommt es leise und stockend vom Angeklagten aus der Region Schwechat. Der 59-Jährige gibt zu, als Fahrer eines Schülertransportes, der behinderte Kinder von ihren Wohnsitzen abholt, in die Schule und wieder zurück nach Hause bringt, sich an einem der anvertrauten Schützlinge (13) mehrfach vergangen zu haben.

Eine pädophile Neigung habe er nicht, beteuert der dreifache Familienvater und Opa vor Gericht. Er nickt aber bejahend, als der Richter anmerkt: „Sexuell sind Sie ein sehr umtriebiger Mensch. Sie waren im Internet ja permanent auf der Suche nach Sexpartnern und Sexabenteuern.“

So habe er sich besonders gerne mit „Gipsy Dewo“, einer Frau aus dem Piestingtal, über sexuelle Themen ausgelassen, spricht der 59-Jährige sogar von Hörigkeit. Als er „Gipsy“ von der Zutraulichkeit einer Behinderten erzählte, habe sie ihn aufgefordert: „Mach mal dein Hosentürl auf und schauen wir, was passiert.“

Um „Gipsy“ zu gefallen, habe er das gemacht. In der Folge noch mehr, gesteht er ein. Auch, dass er Bilder vom sexuellen Übergriff als Beweis für „Gipsy“ angefertigt habe. Dass sich hinter „Gipsy“ sein Ex-Gspusi und die Chefin des Transportunternehmens verborgen hat, will er nicht gewusst haben.

Die Frau alias „Gipsy“, die nun die Anklagebank mit dem 59-Jährigen teilt, hat während der polizeilichen Ermittlungen erfolglos versucht, mit einer erfundenen Erpressergeschichte ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Vor Gericht legte sie ein Geständnis ab. Sie gibt auch zu, die belastenden Fotos der Familie des 59-Jährigen zugespielt zu haben. Die Transportunternehmerin wird als Anstifterin zu den Schandtaten zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Für den 59-Jährigen setzt es eine sechsjährige Gefängnisstrafe. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.