Causa Aschbacher: FH WN beauftragt externe Prüfung. Externe Experten werden mit der Überprüfung der Arbeit von Ex-Ministerin Christine Aschbacher und des Gutachtens ihres Betreuers betraut.

Von Red. Wr. Neustadt. Erstellt am 04. Februar 2021 (09:16)
ÖVP-Politikerin: Habe "nach bestem Wissen und Gewissen" gearbeitet
APA

Als am 8. Jänner Plagiatsvorwürfe gegen (die im Zuge der Causa zurückgetretene) Ministerin Christine Aschbacher (ÖVP) bekannt wurden, leitete die Kollegiumsleitung der FH Wiener Neustadt Ermittlungen ein. Nun ist jener Teil des Vorverfahrens, in dem vor allem die zum Zeitpunkt der Abgabe der Arbeit (2006) geltende Rechtslage, die Begleitumstände und damit der Maßstab der weiteren Prüfung evaluiert wurden, abgeschlossen.

Die maßgeblichen Dokumente wurden mittlerweile an die Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) übergeben, die ihrerseits externe Gutachterinnen und Gutacher beauftragen wird. „Die Expertise der ÖAWI wird das behördliche Verfahren an der Hochschule mit ihrer Objektivität und jenen unabhängigen Gutachten unterstützen, die unsere weiteren Schritte leiten werden. Wir blicken dem Ergebnis absolut neutral entgegen“, so FHWN-CEO Armin Mahr.

Zur internen Qualitätssicherung hat die FHWN auch einen Check des betreuerischen Umfelds beauftragt. „Auch das ist übliche Praxis“, so der Hochschulleiter.

Mit Verweis auf die Verleihung des Ars Docendi Staatspreises für gute Lehre und die Auszeichnung mit dem Houskapreis für Forschungsleistungen betont Mahr die Entwicklung der Fachhochschule: "Wir pflegen unsere enge Verbindung mit der Praxis, sie ist unsere Seele, zugleich haben wir allein in den letzten 15 Jahren eine unbeschreibliche wissenschaftliche Entwicklung hingelegt, nicht zuletzt durch eine Forschung und Entwicklung, an der auch unsere Studierenden beteiligt sind."

Rund 1.100 Abschlussarbeiten werden mittlerweile an der FH Wiener Neustadt jährlich betreut, von der Plagiatssoftware Docoloc gescannt und von Expertinnen und Experten begutachtet. Dabei erlernen die Studierenden im Modul „Wissenschaftliches Arbeiten“ die qualitativen Standards und werden im Rahmen einer engen Betreuung bei jedem einzelnen Schritt, wie etwa der Themenfindung oder dem Entwurf des Exposes vom jeweiligen Betreuer oder der Betreuerin unterstützt.