Anonyme Briefe: Alt-Bürgermeister unter Verdacht. Ehemaliger SPÖ-Bürgermeister soll aktuellen ÖVP-Bürgermeister in anonymen Briefen angegriffen haben.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 18. Januar 2020 (14:05)
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Spektakulärer Fall in Wöllersdorf-Steinabrückl: Dort wird der ehemalige SPÖ-Bürgermeister Helmut Grüner (er war bis 2001 Ortschef) von der ÖVP unter dem aktuellen Bürgermeister Gustav Glöckler beschuldigt, anonym Briefe mit Verleumdungen verschickt zu haben – unter anderem eben an Glöckler. Laut ÖVP beinhalten die Briefe eine Ansammlung falscher Unterstellungen und Anschuldigungen und deutliche Angriffe auf Glöcklers Familie und sein Privatleben. Laut ÖVP konnte der ehemalige SPÖ-Bürgermeister in einem Überwachungsvideo als Verteiler der Briefe erkannt werden. Gustav Glöckler zeigt sich schockiert: „Ich habe Grüner für seine damals geleisteste Arbeit für unsere Gemeinde immer geschätzt, dass gerade er hinter dieser fiesen und dreckigen Aktion steckt, schockiert uns alle.“ Glöckler weiter: „Dass diese strafrechtlich relevante Angelegenheit bei der Polizei zur Anzeige gebracht und die Gerichte beschäftigen wird, ist eine Sache, dass sich alle Beteiligten jedoch vor der Bevölkerung verantworten müssen – eine andere! Mein Team und ich werden uns jedenfalls nicht davon beeindrucken lassen und unseren positiven und konsequenten Weg für Wöllersdorf-Steinabrückl fortsetzen. Die Wählerinnen und Wähler wissen genau, wer die letzten fünf Jahre ehrliche Arbeit geleistet hat – die SPÖ hat jedenfalls erheblichen Erklärungsbedarf.“

Wöllersdorfs SPÖ-Ortsparteichef Christian Grabenwöger meint im Gespräch zu den Anschuldigungen: „Wir distanzieren uns von diesen Dingen, das ist nicht der Stil der SPÖ.“ Der Altbürgermeister sei nicht mehr Teil der Ortspartei, Grabenwöger habe auch keinen Kontakt zu ihm.

Die NÖN konnte mit Helmut Grüner spreche. Er betont: "Ich habe diese Briefe weder verfasst noch verteilt. Wieso sollte ich mich mit so einem Schmarrn beschäftigen?" Zu dem Foto wollte er nichts sagen nur so viel: "Ich bin viel in der Gemeinde unterwegs." Er habe die ganze Sache seinem Anwalt übergeben.

Seitens der Polizei wird auf NÖN-Anfrage bestätigt, dass in diesem Fall eine Anzeige vorliegt und die Ermittlungen aufgenommen wurden – allerdings stünden diese erst am Anfang. Da es um eine politische Angelegenheit gehe, könne es auch sein, dass das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung den Fall übernehmen.