Ebenfurther Bauern kämpfen um ihre Äcker

Neue Bahnverbindung zwischen Neufeld und Pottendorf führt zur Verlust von Ackerflächen.

Erstellt am 13. Oktober 2021 | 05:16
Bauern kämpfen um ihre Äcker
Protestieren gegen die „Schleife Ebenfurth": Die Landwirte Alois und Kristine Brünner, Hubert Kögl, Robert Szihn und Martin Bartmann.
 
Foto: Julia Binder

ebenfurth Die geplante „Schleife Ebenfurth“, welche ab 2024 zwischen Neufeld und Pottendorf entstehen soll, bringt neben weniger Wartezeiten, Fahrzeitverkürzungen und dem Wegfall von drei Eisenbahnkreuzungen im Ortsgebiet nicht nur Gutes mit sich: Die neue Gleisverbindung soll nach derzeitiger Planung einige Felder in Ebenfurth durchqueren – was dazu führen würde, dass einige Landwirte ihre Ackerflächen aufgeben müssten.

Robert Szihn, einer der Betroffenen, sagt zur NÖN: „Aus meiner Sicht ist das ein großes Problem, denn ich habe in den letzten Jahren umfangreiche Investitionen in einen Kartoffelbau gemacht und ich brauche diese Flächen, da sie bewässerbar sind und der Boden die notwendige Güte vorweist.“
Um den Bau der Gleisverbindung auf ihren Flächen zu verhindern, haben sich die betroffenen Landwirte zusammengeschlossen. „Wir haben bereits einige Schreiben verfasst und an Ministerien und an das Land geschickt“, erzählen die Landwirte. Voraussetzung für eine bauliche Umsetzung ist der positive Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung, die 2022 laufen soll.

Bürgermeister hält sich heraus

Genaue Prüfungen im Rahmen des UVP-Verfahrens werden auch von den ÖBB betont: „Dort, wo es notwendig ist, wird die Behörde auf Basis unabhängiger Fachgutachten Auflagen erteilen, um die Umweltauswirkungen des Projekts zu minimieren. Ziel ist dabei insbesondere die Aufrechterhaltung von Naturräumen, Wildkorridoren, Grundwasserströmen und Wirtschaftswegen sowie umweltschonende Arbeitsweise, wie dies bereits bei vielen vergleichbaren Projekten in Österreich gelungen ist.“

Hinsichtlich des „Ackerverlustes“ der Landwirte sei zu sagen, dass Infrastrukturprojekte – auch etwaige Alternativen zum Projekt – Acker-, Grün- oder Forstflächen benötigen. „Im Projekt ist davon auszugehen, dass aufgrund des Anlagenrückbaus im Gemeindegebiet und sonstiger begleitender Maßnahmen wie Ausgleichsflächen oder Grüngürtel die Flächenbilanz in Quantität und Qualität ausgeglichen werden kann“, so die ÖBB.

SPÖ-Bürgermeister Alfredo Rosenmaier kennt die Problematik, will aber nicht Partei ergereifen. Ein ähnliches Problem gibt es übrigens bei der Ostumfahrung. Auch dort legen sich zahlreiche Lichtenwörther Bauern quer, hier laufen derzeit Enteignungsverfahren.

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