„Vendetta-Räuber“ verurteilt. Eigentlich hätte es ja eine Bank werden sollen. „Aber das haben wir uns dann nicht getraut. Also haben wir entschieden, eine Trafik zu machen“, meinte einer der Räuber beim Prozess. Aus einer wurden zwei, dazu kam noch eine Tankstelle.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 23. Juli 2014 (18:34)
NOEN, Franz Baldauf
Zwei weitere Überfälle misslangen. Mit Gaspistolen und mit Masken wie im Film „Vendetta“ hatten sie im Frühjahr in Wiener Neustadt zugeschlagen, am Mittwoch saßen die fünf Burschen aus Wiener Neustadt und dem Bezirk Neunkirchen vor Gericht. Vor Richter Kurt Weisgram zeigten sie sich geständig, das Motiv für die Überfall-Serie war vielschichtig.

„Natürlich ging es um das Geld“, sagte einer der Angeklagten, „wir wollten uns was beweisen“ sein Komplize, „ich wollte meine Freunde nicht im Stich lassen“ ein anderer. Reich geworden sind sich freilich nicht, die paar hundert Euro Beute wurden aufgeteilt und verprasst. Vor Gericht beteuerten sie zwar, dass sie niemanden verletzen wollten,  für die Opfer waren die Überfälle trotzdem ein Horror-Szenario.

NOEN, zVg
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„Sie wissen ja nicht, was das für ein Gefühl ist, wenn sie in eine Waffe blicken und nicht wissen, ob sie echt ist“, meinte etwa eine Trafikantin auf das halbherzige „Entschuldigung“ eines der Räuber. Die Tankstellen-Angestellte brach bei der Verhandlung gar in Tränen aus. Trotzdem setzte es für die fünf Burschen (zwischen 18 und 22 Jahre alt, bisher unbescholten) milde Strafen: Die drei Haupttäter bekamen vom Schöffengericht drei Jahre aufgebrummt, eines davon müssen sie absitzen. Die zwei Nebentäter kamen mit bedingten Strafen von 16 und 12 Monaten davon. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.