Kampf gegen die Roadrunner im Bezirk Wiener Neustadt. „Roadrunner“ sind in der Stadt ein Problem, im Bezirk sollen es künftig mehr Radargeräte richten.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 08. September 2021 (03:35)
Illegales Tuning-Treffen
Ein illegales Tuning-Treffen bei der Autobahnabfahrt West sorgte im Sommer für Aufregung.
Schranz

Die „Roadrunner-Szene“ bereitet Wiener Neustadt Probleme: Oft sind es jugendliche Autofahrer mit PS-starken Markenautos, die sich Rennen liefern.
Nicht nur auf der Autobahn oder auf umliegenden Landesstraßen, auch mitten in der Stadt.

So sind zum Beispiel Grazer Straße oder Wiener Straße beliebt, aber auch am Ring kommt es in der Nacht immer wieder zu gefährlichen Situationen – die auch in Unfällen enden: Etwa an der Kreuzung Ring/Kollonitschgasse, wo ein BWM-Fahrer die Kontrolle über sein Auto verlor und zwei Mädchen am Gehsteig niederfuhr.
Erst vor zwei Wochen berichtete die NÖN über Anrainer-Ärger in der Neudörfler Straße: Auch dort werden Nahe der Auffahrt zur S4 oft getunte Autos gesehen, die sich Rennen liefern.

„Die Autos sind sehr laut, haben wegen ihrer getunten Motoren oft Fehlzündungen – vor allem am Abend bei offenem Fenster ist das mehr als nervig“, erzählt ein Anwohner der NÖN. Die Polizei kennt die Tuning-Szene in der Stadt, „es ist ein Brennpunkt für uns“, bestätigt Polizeikommandant Manfred Fries im Gespräch mit der NÖN.

Die Polizei sei deswegen regelmäßig an bekannten Punkten der Stadt im Einsatz, Kontrollen von einschlägigen Autos würden oft auch schon an Tankstellen erfolgen, wo sich die Szene trifft, so Fries – so könne man spätere Aktivitäten der Szene im Keim ersticken. Dazu kommt die routinemäßige Überwachung des „normalen Straßenverkehrs“ der Wiener Neustädter Verkehrsinspektion.


Biker im Piestingtal besonders im Visier

Den Kampf gegen Raser führt die Polizei aber auch im Bezirk Wiener Neustadt. Unter anderem im Piestingtal, wo von der Polizeiinpektion Pernitz regelmäßig Kontrollen durchgeführt werden. Im Visier sind hier allerdings oft nicht Autofahrer, sondern Biker, denn die Strecke ist vor allem bei Motorradfahrer beliebt – Raser jenseits der 150 km/h sind hier keine Seltenheit. Dazu kommt, dass immer mehr Gemeinden die Geschwindigkeitsüberwachung selbst in die Hand nehmen.

Wie etwa Theresienfeld, das selbst Radarboxen ankaufte. An sechs Standorten (zwei davon sind abwechselnd „scharf“) wird den Temposündern der Kampf angesagt. Derzeit wartet man nur noch auf die endgültige Bewilligung. „Wir hoffen auf die Verkehrsverhandlung jetzt im September, wo letzte Einzelheiten, wie beispielsweise im Weg stehende Büsche oder Verkehrszeichen angeschaut werden. Dann sollte der Installation nichts mehr im Wege stehen“, so SPÖ-Vizebürgermeister Wolfang Reinharter.

Ein neues fixes Radargerät soll auch in der Prossetschlucht bei Winzendorf-Muthmanndorf her. Grund dafür ist, dass auch dort der 50er oft nicht eingehalten wird. Derzeit werden dort Daten gesammelt, dann soll über den möglichen Radar-Standort entschieden werden.

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