Bundesliga im Turnsaal im Bezirk Wiener Neustadt. Zusammenarbeit mit Stadt klappt gut. Trainings- und Spielzeiten aber eingeschränkt.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 10. September 2019 (04:02)
Schranz
Ein Blick in den Turnsaal der Sportmittelschule am Anemonensee: Dort hat der Handballverein sein Zuhause. 

Bei den Wiener Neustädter Sportvereinen ist es seit vielen Jahren ein Thema: Die Hallennutzung. Denn obwohl einige Vereine in höheren Ligen spielen, die Handballerinnen sogar in der höchsten Spielstufe, müssen sie ihre Trainings und Spiele in Turnsälen absolvieren.

Die NÖN hörte sich bei den Basketballern, Volleyballern und Handballern um. Insgesamt stellen sie der Stadt bzw. dem Sportamt ein gutes Zeugnis aus. Die Zusammenarbeit funktioniere gut, so der einhellige Tenor. „Das Sportamt macht alles für uns, was möglich ist“, unterstreicht Volleyball-Obmann Franz Kaiser. In den NÖN-Gesprächen zeigt sich, dass die Herbergssuche sich für einzelne Vereine gar nicht so leicht ist.

Die Basketballer spielen in der HTL – woanders wäre es laut Obmann Thomas Kunc auch nicht möglich: „Es ist die einzige Halle in der Stadt, wo die Linierung des Spielfelds bundesligatauglich ist.“ Ähnlich sieht es bei den Handballern aus. Denn der Handball wird für bessere Ballkontrolle mit einem klebrigen Harz eingeschmiert – was zu Reinigungsproblemen führen kann. Deswegen können die Handballerinnen nur in der Sportmittelschule spielen, sagt Obmann Stephen Gibson.

Begrenzte Hallenzeiten für Verein

Aufgrund der eingeschränkten Trainingszeiten (nach dem Schulbetrieb) ergibt sich auch, dass die Hallenzeiten für die Vereine begrenzt sind. „Deswegen würde sich auch eine Burschen-Sparte bei unserem Verein nicht ausgehen. Uns würden die Trainings- und Spielzeiten fehlen“, sagt Gibson. Ähnlich sieht es auch Basketballer Thomas Kunc. Der Verein hätte zwar viel Nachwuchs, für mehr Jugendmannschaften bräuchte man aber auch mehr Hallenzeit.

Probleme in puncto Trainingsmöglichkeiten gäbe es auch im Sommer, berichten die Vereine. Denn da sind die Schulen bzw. die Turnsäle für die Vereine geschlossen oder werden gereinigt. So spielen die Volleyballer etwa im Sommer im Freien, die Handballer weichen in Hallen nach Baden oder Neunkirchen aus. Ein Manko der „Turnsaal-Spielstätten“ zeigt sich bei den Volleyballern: Ihre Heimstätte ist die Europaschule, dort gibt es allerdings keine Zuschauerränge. „Wir haben jetzt zumindest Sessel angekauft“, erzählt Franz Kaiser.

Seitens der Stadt bestätigt man auf NÖN-Anfrage die Auslastung. Die Stadt habe sehr viele Sportvereine, aber eben auch viele Schulen, deswegen gehe sich die Unterbringung der Vereine gerade so aus. In puncto Reinigung der Turnsäle gäbe es keine Probleme, das werde vom Reinigungspersonal der jeweiligen Schulen gemacht – den Vereinen würden keine Kosten entstehen. Für die Hallenbenützung während der Ferien könnten Leisungsvereine ein Ansuchen stellen. Übrigens: Von den Vereinen wird seit Jahren ein eigener Sporthallen-Komplex gefordert, um auf Turnsäle verzichten zu können – ein Wunschtraum, der bisher nicht in Erfüllung ging.

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