Funde aus der Bronzezeit bei Grabungen entdeckt. Archäologen fanden Bronzeahle, Bruchstücke von Krügen und Pfostenlöcher.

Von Franz Stangl. Erstellt am 05. Oktober 2019 (04:58)
Stangl
Ingrid Kowatschek, Fabian Benedict und SPÖ-Bürgermeister Bernd Rehberger mit Fundstücken bei einem der Pfostengruben.

Vier Wochen lang waren Mitarbeiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie am Schwarzenberger Burgberg tätig. Im südöstlichen Bereich der ehemaligen Keltensiedlung, direkt neben der in den letzten Jahren errichteten Rekonstruktionsbauten erforschten sie weitere 215 Quadratmeter des geschichtsträchtigen Bodens.

Seit 25 Jahren finden in Schwarzenbach archäologische Grabungen statt, die eine Besiedlung des Burgbergs seit der Jungsteinzeit belegen. Bekannt wurde der Platz aber vor allem durch die Kelten, die hier auf einer Fläche von 15 Hektar eine der größten Siedlungen des Ostalpenraumes anlegten.

Nach vier Wochen eine positive Bilanz

Um Besuchern diese Epoche erlebbar zu machen, betraute die Gemeinde das VIAS (Vienna Institute for Archaeological Science) mit der Errichtung eines Freilichtmuseums. Erst im Frühjahr war mit dem achten Gebäude – einem keltischen Schwellbau, der innen einen mit modernster Technik ausgestatteten Schauraum beherbergt – der bisher letzte Rekonstruktionsbau eröffnet worden.

Gleich im Anschluss daran befindet sich der neue Grabungsbereich. Nach vier Wochen konnte jetzt eine positive Bilanz gezogen werden. Zum Vorschein kamen nicht nur Fundstücke aus der Bronzezeit, wie etwa eine Bronzeahle zum Durchstechen von Leder, oder Bruchstücke von Krügen mit einfach verziertem Rand, sondern auch wieder Pfostenlöcher eines hier gestandenen großen Hauses – vermutlich einem Wohnhaus mit Lehmboden.

Grabungsleiter Wolfgang Lobisser: „Dieser vermutlich bronzezeitliche Pfostenbau mit einer Größe von 10x5 Metern ist schon etwas Besonderes.“ Nachdem die Fläche genauestens dokumentiert wurde, wird sie wieder zugeschüttet und kann für weitere Rekonstruktionsbauten genutzt werden.