Gefängnisstrafe für Drogen-Baron aus Wr. Neustadt. 47-jähriger Serbe hatte Haus in Wiener Neustadt mit falschem Ausweis gemietet und dort 1.710 Hanf-Pflanzen großziehen und abernten lassen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. Januar 2021 (02:33)
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Ein 47-jähriger Serbe soll mit einem Mittäter gleich zwei Hanfplantagen in großem Stil betrieben haben. Einerseits soll der Mann dazu angestiftet haben, auf einem Gutshof in Schönfeld an der March eine Plantage einzurichten. Dort kam allerdings schon während der Ernte die Polizei vorbei (320 Pflanzen abgeerntet, 920 noch nicht), weil dort Strom im Wert von 6.123 Euro illegal abgezweigt wurde - dazu bekannte sich der Angeklagte nicht schuldig.

Außerdem wurde eine große Plantage in der Wetzsteingasse in Wiener Neustadt gefunden. Im August 2019 hatte er das Haus mit einem gefälschten Führerschein angemietet. Laut Anklage wurden in dem Haus in der Wetzsteingasse 1.710 Cannabis-Pflanzen großgezogen und später von mehreren Personen aus Serbien auch abgeerntet. Man geht von 72 Kilogramm Ertrag aus. Für die Aufzucht braucht es neben Wasser vor allem Energie – und die hat sich die Bande illegal beschafft. 18.460 Euro Schaden entstanden bei einem Energieversorger.

Und auch die Vermieter haben Schadensersatz angemeldet, da in dem Haus der Fußboden im Keller erneuert, Wände repariert und Schlösser ausgetauscht werden mussten. Der Angeklagte gab an, nicht selbst an der Cannabis-Produktion beteiligt gewesen zu sein, aber gewusst zu haben, was sein Freund dort im Keller macht, da er teilweise auch im Haus gewohnt habe. „Ich wusste was sie machen, ich bin deshalb ausgezogen.“ Da der Mann schon dreieinhalb Jahre Haft als Strafe für Suchtgifthandel abgesessen hat, hohe Schulden hat und selbst seit 2011 „täglich Kokain“ nahm, wurde seinen Ausführungen vor Gericht nicht viel Glauben geschenkt. Der Angeklagte wurde zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt – nicht rechtskräftig.