Kitzbühel und Unterberg starten Zusammenarbeit. Vom Naturschnee-Schigebiet Unterberg in Niederösterreich auf die legendäre „Streif“ in Kitzbühel: Die beiden unterschiedlichen Schigebiete präsentieren zukunftsweisende Zusammenarbeit mit tollen Angeboten.

Erstellt am 12. September 2017 (16:04)
Franz Baldauf
Hias Leitner, Christian Stocker, Petra Bohuslav, Signe Reisch, Michaela Dorfmeister, Josef Burger, Erich Panzenböck, Rudi Sailer

Ein riesiges Pistengerät am Hauptplatz von Wiener Neustadt, dazu die Kitzbüheler Schilegenden Hias Leitner und Rudi Sailer sowie Doppel-Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister, die am Unterberg im Piestingtal das Schifahren gelernt hat – das sorgte für großes Aufsehen, als die Vertreter des Naturschnee-Schigebiets Unterberg und des mehrfach zum weltbesten Schigebiet gewählten Schiressorts Kitzbühel ihre Zusammenarbeit präsentierten.

Die Eckpunkte der exklusiven Zusammenarbeit

Saison-Verlängerung. Kitzbühel Tourismus schnürt „saisonverlängernde Packages“ für Saisonkartenbesitzer des Schigebiets Unterberg. In Kitzbühel beginnt die Saison bereits am 14. Oktober am Resterkogel/Pass Thurn, ab 26. Oktober ist auch der Hahnenkamm für Schifahrer fertig präpariert. Für diesen Zeitraum gibt es tolle Kennenlern-Angebote für Unterberg-Saisonkartenbesitzer. Auch für die Semesterferien hat Kitzbühel Tourismus attraktive Packages zusammengestellt, ebenso für den perfekten Sonnen-Schilauf zu Ostern. So können die Unterberg-Gäste direkt von den 200 Schitagen, die Kitzbühel zu bieten hat, profitieren. Alle Details zu den Angeboten im beiliegenden Folder von Kitzbühel Tourismus.

10 Prozent Rabatt in Kitzbühel. Saisonkartenbesitzer des Naturschnee-Schigebiets Unterberg erhalten ab dieser Wintersaison 10 Prozent Rabatt auf KitzSki Tageskarten. Diese Aktion gilt auch für bis zu vier weitere Familienmitglieder eines Unterberg-Saisonkartenbesitzers.

Know-How-Transfer. Das Schigebiet Unterberg wird von Kitzbühel mit technischem Know-How unterstützt. So stammt das Pistengerät Kässbohrer PB 300W Polar, das am heutigen Tag ins Schigebiet Unterberg geliefert wurde, aus dem Fuhrpark der Kitzbüheler Bergbahnen. Das Gerät, das in Kitzbühel durch ein moderneres ersetzt wird, kann am Unterberg, wo gerade ein derartiges Pistengerät benötigt wird, noch lange wertvolle Dienste leisten und wurde als sichtbares Zeichen der Zusammenarbeit im Zuge der Präsentation offiziell übergeben. Ein Know-How-Transfer in die andere Richtung war übrigens der Ausgangspunkt der Zusammenarbeit: Kitzbühel Bergbahnen Betriebsleiter Stefan Hetzenauer benötigte ein schmales Nachlaufgerät für die Präparierung eines Winterwanderweges und fand dieses nach langer Suche am Unterberg – die ganze Geschichte dazu finden Sie weiter unten sowie im Downloadbereich auf www.schigebiet-unterberg.at

Schigebiet Unterberg freut sich über Imagewerbung

Für Erich und Klaus Panzenböck, Christian Guthauer sowie Stefan Leithner vom Schigebiet Unterberg ist die Zusammenarbeit in vielerlei Hinsicht wichtig: „Dass Kitzbühel mit uns kooperiert ist eine großartige Imagewerbung für uns und bringt uns zusätzlich Know-How-Transfer in technischen Dingen. Wir können als Tagesschigebiet keine Urlaube anbieten, somit ergänzen sich die Möglichkeiten in Kitzbühel gut mit unseren. Wir sind ein Nahversorger-Schigebiet, hier lernen die Menschen Schifahren. Deshalb gibt es auch den Gratis-KinderSkiPass für alle Kinder im Piestingtal.  Unsere Stärke ist es, dass die Städter hier bei uns den Schnee kennenlernen können. Mit Kitzbühel können wir unseren Gästen eine Saisonverlängerung ermöglichen“

Deshalb will Kitzbühel die Zusammenarbeit

Kitzbühel Tourismus und Bergbahn AG Kitzbühel stehen gemeinsam hinter der Zusammenarbeit. Das betonen Kitzbühel Tourismus Präsidentin Signe Reisch und Bergbahn-Vorstand Josef Burger. „Wir sehen mit dieser Zusammenarbeit unsere Verantwortung kleinen Schigebieten gegenüber, weil dort auch unsere Schigäste – wenn nicht von heute, dann von morgen – herkommen. Schließlich liegt auch die Millionenstadt Wien im Einzugsgebiet des Unterbergs.“ Kitzbühel streut dem Unterberg Rosen: „Für uns ist das eine sehr sympathische Geschichte, weil wir gemerkt haben, mit welchem Herzblut die Verantwortlichen am Unterberg agieren.“

Die Zusammenarbeit mit dem Unterberg sieht Kitzbühel „als Charmeoffensive seitens der Bergbahn AG Kitzbühel und Kitzbühel Tourismus, die zeigt, dass eine renommierte Destination wie Kitzbühel ein Herz für begeisterte Schifahrer in Regionen Österreichs hat, wo man nicht zwangsläufig einen Schilift auf der Landkarte sucht“. Kitzbühel will mit der Kooperation und den vielfältigen Angeboten den Familien in Ostösterreich, die die Gäste von morgen sein können, zeigen: „Schifahren in Kitzbühel hat seinen Preis, aber es ist leistbar.“ Für Signe Reisch zählt vor allem das Miteinander: „Wir finden die Herangehensweise des Unterbergs großartig. Und wir wollen mit der Zusammenarbeit vom Nimbus, wir seien unantastbar, wegkommen.“ Ihr Credo: „Am Unterberg aufwärmen und in Kitzbühel so richtig ausleben.“

Michaela Dorfmeister über Kitzbühel und den Unterberg

Sie kennt den Unterberg wie kaum eine andere: Doppel-Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister. Die Niederösterreicherin hat ihre ersten Schritte auf Schnee am Unterberg absolviert. „Ich habe dort Liftfahren gelernt und meine ersten Schikurse belegt“, erinnert sie sich gerne an die Zeit zurück, in der sie die Basis für ihre unvergleichliche Karriere im Schisport gelegt hat: „Der Unterberg hat seinen Beitrag dazu geleistet.“ Sie ist immer gerne auf ihren Hausberg gefahren, mit den Eltern, mit der Schule, beim obligatorischen Schikurs in den Semesterferien. Bei den Kinderrennen am Unterberg hat sich schnell gezeigt: die Michi ist sehr dominant, die Michi gewinnt viel, auch bei den Buben.

amit war der Weg zu einer der besten Schirennläuferinnen Österreichs vorgezeichnet – vom Unterberg aus eroberte sie die Pisten der Welt. Kitzbühel kennt die Doppel-Olympiasiegerin auch: „Rennmäßig bin ich die Streif ja nie gefahren. Und so wie die Herren fahren, ist das für uns Frauen nicht machbar. Aber mit einer anderen Kurssetzung könnten es die zehn besten der Weltrangliste vielleicht schaffen.“ Und sie erinnert sich gerne an ein Charity-Rennen in Kitzbühel. „Das habe ich gewonnen. Ja, ich habe eine Gams zu Hause“, schmunzelt sie.

Land NÖ und Österreich-Tourismus begrüßen Zusammenarbeit

Petra Bohuslav, NÖ Landesrätin für Wirtschaft, Sport und Tourismus, freut sich über die außergewöhnliche Partnerschaft: „Der Wintersport hat in Niederösterreich einen anderen Stellenwert als in Tirol, jedoch keinen unwesentlich geringeren. Egal ob Schifahren oder Wandern, viele kommen nach Niederösterreich, um sich den Gusto auf Alpinsport zu holen, um sich danach in anspruchsvollere Lagen zu begeben. Daher begrüße ich die Kooperation zwischen dem Naturschnee-Schigebiet Unterberg und Kitzbühel Tourismus.“

In dieselbe Kerbe schlägt Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich-Werbung: „Kooperationen im Tourismus sind nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht interessant, sondern auch zukunftsgerichtete Schritte für nachhaltigen Erfolg. Viele Kinder lernen in kleineren Schigebieten die ersten Schwünge, bevor sie den Sprung in die großen, berühmten Skiarenen wagen. Die Zusammenarbeit zwischen Unterberg und Kitzbühel verbindet einen solchen Ski-Nahversorger im Osten Österreichs mit einem unserer berühmtesten Ski-Hotspots – ich wünsche allen Beteiligten dabei viel Erfolg.“

Wiener Neustadt setzt längst auf den Unterberg

Die Stadtgemeinde Wiener Neustadt setzt schon länger auf eine Zusammenarbeit mit dem Schigebiet Unterberg – deshalb wurde auch der Hauptplatz der Bezirkshauptstadt als Ort für die Präsentation der Zusammenarbeit zwischen Kitzbühel und dem Unterberg gewählt. Vizebürgermeister Christian Stocker: „Das Schigebiet Unterberg ist für die Stadt Wiener Neustadt ein ganz besonders wichtiger Partner. Es sichert Arbeitsplätze in der Region und bietet gleichzeitig Naherholung für die Wiener Neustädterinnen und Wiener Neustädter.

Getreu dem Motto „Stadt und Land mitanand“ kooperieren wir deshalb sehr eng, was sich nicht zuletzt in der Zusammenarbeit bei den kostenlosen Schipässen für Kinder und Jugendliche der Stadt zeigt, die von der Stadt aus dem nicht an Klaus Schneeberger ausbezahlten Bürgermeistergehalt finanziert werden. Es ist daher sehr erfreulich, wenn es ab der nächsten Saison eine Kooperation mit Kitzbühel gibt, die für neue Impulse sorgen wird. Wir hoffen somit auf eine erfolgreiche Saison 2017/2018, vor allem aber auf viel Schnee, damit das Naturschnee-Schigebiet Unterberg wieder zum Skisportzentrum des Bezirks werden kann.“

So fanden Kitzbühel und der Unterberg zueinander

Stefan Hetzenauer ist im neuen Kompetenzzentrum für Pistengeräte, Ski Doos und Beschneiuungsanlagen der Bergbahn AG Kitzbühel tätig. Vor allem für die Geräte, die am Hahnenkamm zum Einsatz kommen, ist er verantwortlich. Der 47-Jährige hat gleich nach der Automechaniker-Lehre und dem Präsenzdienst beim Unternehmen angeheuert. Seit 1990 kümmert er sich darum, dass alle Gerätschaften dann einsatzfähig sind, wenn sie gebraucht werden.

Größer, stärker, schneller. Mit dem Schigebiet haben sich auch die Pistengeräte in den Jahren seit Hetzenauers Eintritt ins Unternehmen weiterentwickelt. Und als 2015 der Wunsch entstand, einen Weg auch im Winter als Wanderweg zu präparieren, fehlte in Kitzbühel das nötige schmale Nachlaufgerät mit Glättebrett und Rolle, um diesen Winterwanderweg entsprechend herrichten zu können. „Ich habe bei allen Firmen und Herstellern angefragt, aber nirgends war dieses Teil zu bekommen“, erinnert sich Stefan Hetzenauer. Bis er den Tipp bekam: Frag doch mal beim Schigebiet Unterberg in Niederösterreich nach.

Franz Baldauf
Stefan Leithner, Klaus Panzenböck, Hias Leitner, Christian Stocker, Petra Bohuslav, Signe Reisch, Michaela Dorfmeister, Josef Burger, Erich Panzenböck, Rudi Sailer, Christian Guthauer.
 

Gesagt, getan. Der Kontakt mit Klaus Panzenböck war schnell hergestellt, tatsächlich wurde Hetzenauer fündig: Das Schigebiet Unterberg konnte dem großen Kitzbühel in dieser Sache wirklich aus der Patsche helfen. „Die Unterberger haben das Gerät dann sogar zu uns transportiert“, freut sich Hetzenauer heute noch über den guten Beginn der Zusammenarbeit.

Für die Leute vom Schigebiet Unterberg, die damals gerade erst das Schigebiet übernommen hatten, sollte sich der persönliche Transport des Nachlaufgeräts für den alten Pistenbully 300 auch auszahlen. Bei der Werkstättenbesichtigung trat zu Tage, dass in Kitzbühel allerhand Ersatzteile für ältere Pistengeräte vorhanden waren. Für Pistengeräte, die in Kitzbühel längst nicht mehr im Einsatz waren, am Unterberg aber immer noch gute Dienste leisten. So konnten die Betreiber des Schigebietes Unterberg wichtige Ersatzteile im Gegenzug zur Lieferung des Nachlaufgerätes nach Niederösterreich mit nach Hause nehmen.

Für den Unterberg sollte es dann noch besser kommen. Ende der vorigen Wintersaison stand die Auswechslung eines Kitzbüheler Pistengerätes an. Ein Pistenbully 300W Polar. Ein Gerät, das am Unterberg gerade dringend benötig wird. Ein Anruf, ein Gespräch, eine Vereinbarung: Der PB 300 wird an den Unterberg verkauft und kann ab dieser Saison eingesetzt werden. Daneben haben sich im Zuge des Pistengeräte-Deals über Betreiben von Stefan Hetzenauer auch die Beziehungen zwischen den Chefs der beiden Skigebiete sowie der Touristiker intensiviert, nach freundschaftlichen Treffen und konkreten Gesprächen wurde nun die Zusammenarbeit präsentiert.