Gebet bei Volksschul-Willkommensfest sorgt für Kritik. Ortschef & Bildungsdirektor verteidigen Willkommensfest nach FPÖ-Kritik.

Von Doris Damböck. Erstellt am 16. September 2020 (05:10)
Beim Willkommensfest erhielt jeder Taferlklassler für den Start in die Schule ein T-Shirt mit dem Logo der Volksschule darauf. Am Foto: SPÖ-Bürgermeister Stefan Wöckl, Erstklässler Philipp und Volksschuldirektorin Isabella Ramerseder.
Daniela Laas

Das Willkommensfest zum Schulstart in der Volksschule hat heftige Kritik bei FPÖ-Landesparteiobmann Udo Landbauer ausgelöst: „Wir brauchen in Niederösterreich weder türkischen Gesang noch einen Mullah in unseren Volksschulen.“ Er stößt sich daran, dass am ersten Schultag ein islamischer Religionslehrer alle Schüler auf Türkisch begrüßt und ein islamisches Gebet gesprochen habe.

SPÖ-Bürgermeister Stefan Wöckl weist die Kritik zurück: „Das multikulturelle Willkommensfest war eine Mischung aus einem Wortgottesdienst des katholischen Pfarrers und einem kurzen Gebet aus dem Koran, das der islamische Religionslehrer im Anschluss vorgelesen hat. Das Verhältnis betrug 90 zu 10 Prozent“, sagt Wöckl dazu.

Elternvertretung wusste Bescheid

Das bestätigt auch der niederösterreichische Bildungsdirektor Johann Heuras gegenüber der NÖN: „Bei diesem Fest waren sowohl der katholische Pfarrer, der katholische Religionslehrer als auch der islamische Religionslehrer bei der Gestaltung beteiligt.“

Außerdem sei das interreligiöse Willkommensfest im Vorfeld mit der Elternvertretung abgesprochen worden, negative Stellungnahmen dazu seien nicht bekannt.