Bürger werden befragt. Die Informationsveranstaltung zum Verladebahnhof war emotions geladen. Eine versprochene Abstimmung unter Schönauern zum Projekt fand nicht statt.

Von Bettina Kreuter. Erstellt am 23. März 2015 (07:45)
Der geplante Verladebahnhof liegt beim Kreisverkehr Sollenau Nord auf Schönauer Gemeindegebiet. Hier soll das Ausbruchmaterial vom Semmeringtunnel deponiert werden.
NOEN, Wopfinger Transportbeton

Der Schönauer Gerhard Krutina fasst es am Ende des fast dreistündigen Informationsabends zusammen: „Wir Nachbargemeinden müssen zusammenhelfen.“ Die Wopfinger Transportbeton stellte sich den Fragen über ihren geplanten Verladebahnhof beim B17-Kreisverkehr Sollenau Nord im Schönauer Gemeindesaal.

Die Wortmeldungen der rund 90 Schönauer Einwohner und 40 Gäste (viele von ihnen waren aus Sollenau) waren oft sehr emotional und hitzig: „Es ist egal, woher wir kommen, wir sind alle von den Auswirkungen betroffen“, rief eine Zuhörerin. Wolfgang Moser, kaufmännischer Geschäftsführer der Wopfinger Transportbeton, und seine Mitstreiter am Podium versuchten, möglichst objektiv zu informieren und alle Fragen zu beantworten.

Viele Besucher hatten sich erwartet, über das Projekt abstimmen zu können. Dem war aber nicht so. SPÖ-Bürgermeisterin Brigitte Lasinger musste wenige Minuten vor Beginn die Veranstaltung aus privaten Gründen verlassen. Der Geschäfsführende Gemeinderat Gerald Spiess (ÖVP) aus Sollenau meinte nach rund zwei Stunden: „Ich gehe davon aus, dass jetzt über das Projekt abgestimmt wird, wie versprochen.“ Der Schönauer SPÖ-Vizebürgermeister Josef Pluschkovits stellte allerdings klar, dass an diesem Abend nicht abgestimmt werde: „Wir wollen jedem Bürger von Schönau die Möglichkeit geben, über das Projekt zu entscheiden. Es soll eine Befragung geben.“ Genauere Details solle erst der Gemeinderat besprechen.

Sollenauer Betroffene waren auch in Schönau 

Auch viele Sollenauer wollten sich die Diskussion nicht entgehen lassen. Im Publikum saßen neben betroffenen Bürgern die Sollenauer Gemeinderäte Maximilian Neukirchner (Bürgerforum), Gerald Spiess und Hans-Michael Putz (beide ÖVP) sowie Manfred Hanke und Heinz-Peter Stanko (beide FPÖ). Sie wollten Aufklärung, wie es um die Zulieferung des Semmeringausbruchs über die Aspangbahn bestellt sei. „Unser Beitrag hier ist die Vermittlung von konstruktiven Gesprächen mit den ÖBB. Die Generalsanierung der Aspangbahn in diesem Bereich ist angedacht.“

Im Großen und Ganzen ging es an diesem Abend in Schönau um die Eckdaten (siehe Infobox) des geplanten Verladebahnhofs und befürchtete Auswirkungen. Aus diesem Grund waren auch Sachverständige aus den Bereichen Staub, Lärm und Geologie anwesend. Sie wurden in ihren Ausführungen öfters durch Zwischenrufe, Fragen oder Buhrufen unterbrochen. Trotzdem hielten sie fest, dass in Bezug auf Lärm- und Staubbelastung sowie geologische Zusammensetzung des Ausbruchmaterials nichts gegen den Verladebahnhof in Schönau an der Triesting spreche.