SPÖ-BürgerInnen-Dialog mit Heinisch-Hosek. Die SPÖ setzt im Wahlkampf vor der Nationalratswahl im Herbst u.a. auf BürgerInnen-Dialoge.

Erstellt am 11. Juli 2013 (22:04)
SPÖ-Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek: „Werden uns Gesprächen nicht verweigern.“APA
NOEN, APA/HERBERT NEUBAUER
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek machte Donnerstagabend in der Akademie der Volkshilfe in Wiener Neustadt den Anfang mit dieser neuen Art von Veranstaltung. Statt auf Frontaldiskussion setzte man auf Mitreden und Diskussionen in Kleingruppen. An die 80 Frauen - und auch zwei Männer - waren gekommen, um zu sagen, was sie von sozialdemokratischer Frauenpolitik erwarten.

Es war die erste von insgesamt vier derartigen Veranstaltungen. Die drei Hauptbotschaften von jeder werden am 2. August im BürgerInnen-Konvent eingebracht.

An drei Stehtischen befasste sich jeweils eine Moderatorin mit einem frauenspezifischen Thema. „Zukunft der Arbeit“, „Lohngerechtigkeit und Gleichstellung jetzt“, „Arbeit und Kind, it works“ hießen diese. Die Ministerin selber leitete das erste Thema. Je eine Viertelstunde konnten die anwesenden Frauen im Gespräch ihre Meinungen und Vorschläge kundtun. Dann wanderten die Gruppen zu einer anderen Themen-Insel an einem anderen Tisch.

„Zukunft der Arbeit. Wer hat dazu etwas zu sagen?“ Auf diese lockere Weise entfachte Heinisch-Hosek die Diskussion an ihrem Stand. „Wir brauchen flexible Arbeitsmodelle für Frauen über 60“, war die spontane Antwort einer Neustädterin. „Da wird die Gewerkschaft keine Freude haben“, antwortete die Ministerin. Launige Replik aus der Runde: „Auf die Gewerkschaft soll man nicht immer hören.“

Nach etwas mehr als zwei Stunden hatte die Frauenministerin ihren Rucksack bei der Wiener Neustädter Veranstaltung geschnürt. Sie wird folgende Forderungen beim Konvent einfließen lassen: Balance zwischen Arbeits- und Lebenszeit, Neubewertung der Berufsbilder, gut gelebte Vereinbarkeit für Mann und Frau, sowie mehr Männer in die Väterkarenz.

Bereits am Freitag werden die Bürgerdialoge fortgesetzt, diesmal mit Gesundheitsminister Alois Stöger im Linzer Ars Electronica Center sowie zum Thema Bildung mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied im Rathaus von Bruck/Mur. Schließlich kann noch am Montag mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer im Bischofshofener Gasthaus Alte Post über das Kapitel Arbeit diskutiert werden. Die große Abschlussveranstaltung ist für den 2. August in Wien angesetzt, einen Tag vor dem Bundesparteirat, bei dem Bundesliste und Wahlprogramm beschlossen werden. Zehn der Bürgervorschläge sollen in letzteres einfließen.