Ein "Central Park" für Wiener Neustadt. Neustädter Sozialdemokraten starteten kämpferisch in den Wahlkampf. Ihr Motto: "Aufblühen statt Zubetonieren"

Von Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 08. Januar 2020 (10:31)
Vizebürgermeisterin Margarete Sitz
Hacker-Walton

Geschätzte 250 Genossen versammelten sich Dienstagabend im Hilton Garden Inn zum offiziellen Wahlkampf-Auftakt der Wiener Neustädter SPÖ. Vor vollem Haus gaben sich die Parteispitzen und die Kandidaten für die Gemeinderatswahl kämpferisch: "Es ist kalt und kahl geworden in unserer Heimat. Gemeinsam werden wir darum kämpfen, diese Stadt wieder mit Herz und Hirn zu erfüllen, nicht nur mit Macht und Geld", sagte Michael Rosecker: "Wir sind nicht an allem Schuld. Wir sind für viel Wunderbares in dieser Stadt und dieser Republik verantwortlich, das lassen wir uns nicht kaputtreden."

Bezirksvorsitzender Reinhard Hundsmüller meinte, unter ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger "fließt jetzt das Geld, das man der Stadt 40 Jahre lang vorenthalten hat. Man hat die Stadt ausgehungert: Das Spital hat man uns weggenommen, die Schulden hat man uns gelassen."

SPÖ-Bezirksvorsitzender Reinhard Hundsmüller, Spitzenkandidatin Vizebürgermeisterin Margarete Sitz und Landesparteichef Franz Schnabl
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 Spitzenkandidatin Margarete Sitz erinnerte daran, "dass die SPÖ die Stadt aus den Trümmern des Krieges wieder aufgebaut hat". Später sei sie unter SPÖ-Bürgermeistern von der Industriestadt zum Technologie-Zentrum entwickelt worden. 

"Betoniert und grau"

"Nach fünf Jahren Bürgermeister Schneeberger sind wir jetzt betoniert und grau", sagte Sitz: "Die Innenstadt ist grau, der Hauptplatz wurde zum Wohnzimmer des Bürgermeister erklärt, wo sein Marienmarkt als Mahnmal der abgehobenen Politik steht. Kleinkinder bekommen keinen Platz mehr in einem Kindergarten, Jugendarbeit und Pflegeberatung wurden eingestampft. Das Stadtheim wurde verkauft, Grün- und Freiflächen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß verbaut."

"Vehement gegen mehr Zement"

Geht es nach Vizebürgermeisterin Sitz, braucht die Stadt "wieder eine Vision: Wiener Neustadt soll wieder aufblühen. Wir wehren uns vehement gegen mehr Zement. Wir wollen das Krankenhausareal nach dem Neubau des Spitals den Neustädtern als Stadtgarten widmen. Es ist eine einmalige Chance, den Kern der Stadt neu zu gestalten." Eine Art "Central Park" für Wiener Neustadt würde, so Sitz, auch zur Belebung der Innenstadt beitragen, weil sich die Menschen wieder gerne in der Nähe des Hauptplatzes und der Fußgängerzonen treffen würden.

Mehr Gestaltung "von unten"

Sitz betonte auch, dass wieder mehr Gestaltung "von unten" und weniger "von oben" passieren solle: So solle der Fokus der Kulturpolitik wieder auf die Förderung Neustädter Initiativen gelegt werden. "Wir brauchen keinen Stadtentwicklungsplan, der nur von der Politik  gestaltet wird - da werden die Bedürfnisse der Menschen einbetoniert. Die Menschen sollen nicht als Alibi eingebunden werden, sondern um ihre Expertise für kluge Entscheidungen zu nutzen. Wir wollen zB regelmäßige Grätzelspaziergänge der Stadträte mit der Verwaltung und den Bewohnern, um Probleme vor Ort anzusprechen und anpacken zu können."