Aufregung! Protest-Aktion gegen Müllanlage. Bereits 1.200 Unterschriften gegen Anlage in Schottergrube.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 10. Oktober 2019 (10:54)
Franz Baldauf
Protest-Aktion gegen die geplante Müllanlage.

Die geplante Müll-Aufbereitungsanlage in Theresienfeld sorgt weiterhin für Aufregung. Bis Mitte der Woche wurden bereits über 1.200 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt. Am Mittwochnachmittag wurde seitens der SPÖ zu einer Protestaktion geladen. Dabei sprachen sich Bezirksschef Reinhard Hundsmüller, Bürgermeisterin Ingrid Klauninger und Wiener Neustadts Vizebürgermeisterin Magarethe Sitz strikt gegen den Bau der Anlage aus. "Wir wollen hier keine zweite Fischer-Deponie, hier wird Lebensraum zerstört", meinte Hundsmüller.

Ortschefin Ingrid Klauninger: "Diese Anlage passt nicht in die Politik der Gemeinde Theresienfeld". Die Grünen schlossen sich der Protest-Aktion an. „Ich erwarte mir von der Behörde eine Prüfung auf Herz und Nieren, denn dieser Standort bedroht die Umwelt und Lebensqualität der Menschen in Theresienfeld“, so die Grüne Landessprecherin Helga Krismer.

Franz Baldauf
Projekt-Einreicher Günter Knautz.

Vor Ort war auch Günter Knautz, der die Anlage auf seinem Grund in einer Schottergrube errichten will. Er kam bei der Veranstaltung nicht zu Wort. Gegen über der NÖN betonte er jedoch, dass es sich bei dem Projekt nicht um eine Deponie, sondern eine Aufbereitungsanlage samt Zwischenlager handle. Mit einer Geruchsbelästigung sei nicht zur rechnen, auch das Grundwasser sei durch die Befestigung nicht gefährdet. Und er betonte: "Die Lkws werden nicht durch den Ort fahren, die Zufahrt ist über die neue Umfahrung auf der anderen Seite des Grundstücks geplant."

Land NÖ leitet Verfahren ein

Das Land Niederösterreich wird ein Verfahren zur Feststellung einleiten, ob das Projekt einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden muss“, so Bürgermeister Klaus Schneeberger. „Das bisher anhängige Verfahren nach Abfallwirtschaftsrecht wird damit ausgesetzt. Damit ist gewährleistet, dass die zahlreichen und intensiven Bedenken gegen dieses Projekt sowohl aus Theresienfeld, als auch aus Wiener Neustadt umfassend gewürdigt werden und das Projekt kritisch hinterfragt wird. Ohne die Ergebnisse vorwegnehmen zu wollen, gehe ich davon aus, dass ein UVP-Verfahren notwendig ist. Die Stadt Wiener Neustadt wird in dem eingeleiteten Feststellungsverfahren jedenfalls alle Argumente einbringen, die gegen dieses Projekt sprechen – diese reichen von potentiellen Umwelt- und Lärmbelastungen bis hin zur möglichen zusätzlichen Verkehrsbelastung. Dies stellt einen wichtigen Schritt dazu dar, dass alle Fakten auf den Tisch kommen und transparent beleuchtet werden", so Schneeberger.

Was Günter Knautz zu dem Protest der Bürger sagt und weitere Details zum Projekt lest ihr in der kommenden Ausgabe der NÖN Wiener Neustadt am Dienstag.