Aufregung um Giftschlangen in Fischauer Vorbergen. Hornvipern haben sich in der Region angesiedelt. Tierarzt Adlassnig: „Sind scheue Tiere.“

Von Doris Damböck. Erstellt am 28. April 2021 (04:55)
Hornviper
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Aufregung herrscht derzeit in der Region über das Vorkommen von hochgiftigen Europäischen Hornvipern in den Fischauer Vorbergen. Die Tiere dürften sich seit einigen Jahren in der Region aufhalten und auch vermehren.

Neben einigen Kommentaren auf Social-Media-Plattformen – ausgelöst durch einen Artikel in der „Krone“ – hat das vor allem Tierarzt Gert Adlassnig zu spüren bekommen, der neben seiner Tierarztpraxis in Weikersorf auch im „Haus des Meeres“ in Wien Tiere medizinisch versorgt. „Das Telefon hat einige Tage nicht stillgestanden. Wir haben viele Anrufe von besorgten Hundebesitzern bekommen, die in dem Gebiet ihre Spaziergänge unternehmen“, so Adlassnig. Mittlerweile habe sich die Lage aber wieder beruhigt. Adlassnig findet die Panikmache und die dadurch entstandene Aufmerksamkeit unnötig.

Denn entweder hätten die Leute jetzt Angst oder sie würden leichtsinnig werden und versuchen eine Hornviper zu finden. Doch Hornvipern, deren Erkennungsmerkmal ein kleines Horn auf dem Kopf ist, sind streng geschützt und sollten in Ruhe gelassen werden. Hornvipern, oder auch Sandvipern genannt, sind scheue und nicht angriffslustige Tiere, eine Sichtung ist daher eher unwahrscheinlich. Das Gift ist aber stärker als beispielsweise von der Kreuzotter und kann für Kleinkinder und Tiere lebensbedrohlich sein.

Der Tierarzt empfiehlt deshalb das Aufstellen von Informationstafeln rund um das Gebiet. Doch die Gemeinde Winzendorf-Muthmannsdorf befürchtet ebenfalls einen „Schlangentourismus“, weshalb diese keine Informationstafeln aufstellen wird, damit der Aufenthaltsort geheim bleiben kann. „Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass die Schlangen ein Tourismusmagnet werden“, so UBL-Gemeinderat Peter Mayer, der stattdessen nun Informationsflyer unter die Bevölkerung bringt.

Laut Adlassnig sei das richtige Verhalten, wenn man auf eine Hornviper oder Kreuzotter stoße, Ruhe zu bewahren und einfach wegzugehen. Die Schlange beißt nur zu, wenn sie sich bedroht fühlt.

Bei einem Biss durch eine Giftschlange soll weder abgebunden, noch aufgeschnitten und wenn möglich liegend ins nächste Krankenhaus transportiert werden. Zum Schluss noch ein interessanter Hinweis zu den Kreuzottern: Die giftigen Kreuzottern werden oft mit den nicht giftigen, aber beinahe gleich aussehenden Schlingnattern verwechselt.

Der Unterschied liegt unter anderem in der Art der Pupillen. „Giftschlangen in Europa haben eine geschlitzte Pupille, während ungiftige Arten eine kreisförmige Pupille haben“, erklärt der Tierarzt.