Tierschützerprozess: 2.186 Selbstanzeigen wegen Nötigung. Dem Aufruf des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) zu Selbstanzeigen wegen Nötigung im Zusammenhang mit der bevorstehenden teilweisen Neuauflage des Tierschützerprozesses in Wiener Neustadt sind 2.186 Menschen gefolgt.

Erstellt am 24. Juli 2013 (12:21)
NOEN, Erwin Wodicka
Das hat VgT-Obmann Martin Balluch in einer Aussendung mitgeteilt. Die Selbstanzeigen seien am Mittwoch der zuständigen Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Laut Balluch zeigten sich die 2.186 Bürger an, nachdem sie ein Email an die Firma Eybl geschickt hatten, "in dem eine Kampagne angekündigt wurde". Der VgT-Obmann: "Die ungeheure Resonanz auf die Selbstanzeigemöglichkeit beweist ohne jeden Zweifel, dass die große Mehrheit der Menschen weder eine legale Kampagne gegen Pelz noch deren Ankündigung für rechtswidrig hält. Doch genau das ist laut § 105 (2) StGB das Kriterium: nur, wenn die Rechtsgemeinschaft ein Vorgehen dieser Art für sittenwidrig hält, darf es strafrechtlich verfolgt werden. Mit Tierschutz nun als Staatsziel in der Verfassung kann es sich hier um keine Sittenwidrigkeit handeln."

Das Oberlandesgericht (OLG) Wien hatte am 10. Juni mitgeteilt, dass ein Teil der Freisprüche im Tierschützerprozess aufgehoben worden sei. Nicht rechtskräftig wurden laut einer Aussendung die Freisprüche von fünf (der ursprünglich 13) Beschuldigten in Bezug auf Nötigung und versuchte Nötigung, Sachbeschädigung, Sachbeschädigung und Tierquälerei sowie Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Zu prominenten Mitstreitern des VgT zählen u.a. der Kabarettist Roland Düringer sowie Johannes Glück und Dieter Hörmann, als Duo "Zwa Voitrottln" 2012 Sieger der ORF-Show "Comedy Chance".