Wr. Neustadt: Tierhortung stoppen

Der Tierschutzverein Wiener Neustadt ist vor allem wegen Beschlagnahmungen von Hunden immer wieder überfüllt.

Tanja Barta
Tanja Barta Erstellt am 22. September 2021 | 04:29
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Renate Wolfger, Obfrau des Tierschutzvereins.
Foto: NÖN

Sie platzen derzeit aus allen Nähten – die Tierheime in Niederösterreich. Auch beim Tierschutzverein Wiener Neustadt ist die Situation angespannt. Aktuell werden dort 41 Hunde, 21 Katzen sowie zwei Kaninchen versorgt.

Corona sei laut der Obfrau des Vereins Renate Wolfger aber nicht der Grund, warum das Wiener Neustädter Tierschutzhaus immer so ausgelastet ist: „Wir hatten in letzter Zeit sehr viele Beschlagnahmungen. Der letzte große Fall, bei dem eine Frau 130 Hunde bei sich zuhause gehalten hat, war zwar nicht bei uns, doch wir unterstützen die Niederösterreichischen Tierheime und haben deshalb 18 dieser Hunde bei uns aufgenommen.“

Was Corona-bedingt jedoch schon aufgefallen ist: Die Menschen haben nach einer Beschäftigung gesucht. So bekam der Tierschutzverein während der Pandemie zahlreiche Anfragen, wo Menschen ihre Unterstützung beim Gassigehen anboten. „Ein Tier sollte aber keine Beschäftigung sein. Und außerdem bieten wir das bei uns bereits seit sechs Jahren nicht mehr an“, stellt die Obfrau klar.

Und das hat auch einen speziellen Grund. Im Tierschutzhaus Wiener Neustadt landen nämlich meistens Hunde, die aus dem Ausland kommen und nicht sozialisiert sind. „Da ist es besonders wichtig, dass sie zunächst einmal ein Vertrauen zu ihren Pflegern aufbauen. Viele Hunde lassen sich die ersten paar Wochen nicht einmal berühren. Da würde der Kontakt zu einer völlig fremden Person natürlich alles zerstören“, so Wolfger.

Welche Besserungen die Politik in ihren Augen schaffen könnte, um die Tierheime zu entlasten? „Ich bin für eine Tierbeschränkung in privaten Haushalten“, so Wolfger. So könne auch das Horten von Haustieren nicht passieren. In Katzelsdorf würde es die Beschränkung von drei Hunden in einem privaten Haushalt bereits geben. „Für Listenhunde gibt es diese Beschränkung auch schon, doch für alle Haustiere eben nicht.“

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