Schiebel: Zertifikat im Rahmen von EU-Drohnenverordnung. Die Firma Schiebel, u.a. Hersteller unbemannter Luftsysteme (UAS), hat am Donnerstag das sogenannte LUC-Zertifikat erhalten, das im Rahmen der neuen EU-Drohnenverordnung eingeführt worden ist.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 25. Februar 2021 (11:38)
Schiebel

Die Bescheinigung bedeutet den Nachweis für Unternehmen, das Risiko eigener Operationen selbst beurteilen zu können. Valerie Hackl, Geschäftsführerin der Austro Control, und der für Luftfahrt zuständige Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP) nahmen die Übergabe in Wiener Neustadt vor.

Mit dem "Light Unmanned Operator Certificate" (LUC) kann der Flugbetrieb im zivilen Luftraum genehmigt werden, ohne eine extra Autorisierung zu beantragen. Es findet quasi eine Kompetenzübertragung von der Behörde zur Industrie statt. Schiebel ist europaweit das erste Unternehmen, das die Bescheinigung erhalten hat.

Es bestehe nunmehr die Möglichkeit, Einsätze wie etwa die Überwachung kritischer Infrastruktur, von Verkehrswegen oder in der Land- und Forstwirtschaft "im Rahmen der Zulassungsbedingungen selbst zu autorisieren", erläuterte CEO Hannes Hecher an der Produktionsstätte in Wiener Neustadt. Das Zertifikat gilt für den unbemannten Hubschrauber Camcopter S-100 und europaweit. Hecher zufolge wird Schiebel im laufenden Jahr in zumindest acht Ländern des Kontinents operativ tätig sein.

Die Austro Control verstehe sich auch als Partner für die Industrie, sagte Hackl. Das Zertifikat sei nach vorangegangenen entsprechenden Überprüfungen "bedenkenlos" an Schiebel übergeben worden. Es sei unbefristet und eben europaweit gültig. Hackl verwies auch darauf, dass in Österreich seit Jahresbeginn 13.000 Drohnenbesitzer registriert und 20.000 Drohnenführerscheine ausgestellt worden seien.

Brunner sprach von einem "Meilenstein" für Schiebel und die Luftfahrtindustrie. Der Anwendungsbereich für Drohnen werde immer größer, das Marktpotenzial sei sehr hoch. Im Bereich der kleinen Drohnen werde bis 2026 mit einem Wachstum von 16 Prozent oder um 23 Mrd. Dollar (18,94 Mrd. Euro) gerechnet, fügte der Staatssekretär hinzu.