Ärger über Infrastruktur. Anrainer in der neuen Wohnsiedlung kritisieren wiederholt fehlende Straßenbeleuchtung und asphaltierte Straßen. ÖVP richtet jetzt ein Bürgerforum ein.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 27. Oktober 2014 (08:14)
Ein Schlagloch zur Begrüßung bei der Einfahrt in die Schotterfahrbahn in der Albert Janetschek Gasse.
NOEN, Mathias Schranz
Vor sieben Jahren haben sich Fuchs und Hase dort noch Gute Nacht gesagt: „Als wir gebaut haben, sind hier noch Fasane und Rebhühner herumgelaufen“, erinnert sich ein Bewohner der ersten Stunde. Mittlerweile ist das Wild den Hauskatzen gewichen – zu rasant ist die Siedlung am Kleinen Lazarett gewachsen: Schmucke Einfamilienhäuser, elegante Reihenhausanlagen, moderne Wohnblöcke.

Asphalt, Beleuchtung, Sitzbänke, Mülleimer fehlen

Doch die Idylle am Stadtrand ist bei manchen Bewohnern getrübt. Denn die leere Stadtkassa konnte mit dem Wachstum nicht immer mithalten, die Folge: In etlichen Gassen fehlen Asphalt und Straßenbeleuchtung. Keine gute Kombination: Schlaglöcher werden nicht gesehen, auch nicht die Einbrecher. Für diese ist eine Wohnsiedlung im Finstern optimal – erst vor wenigen Wochen machten Kriminelle in der Siedlung die Runde.

„Ich fahr‘ im Finstern in die Arbeit und komm‘ im Finstern zurück. Das ist ein komisches Gefühl“, sagt eine Bewohnerin. Aber nicht nur Asphalt und Beleuchtung fehlen, auch Sitzbänke oder Mülleimer findet man nicht, kritisieren die Anrainer. Dazu fordern die Bewohner ein Verkehrskonzept für das neue Stadtviertel. So gibt es zum Beispiel für die Zufahrt von der Neudörfler Straße in die Kurt-Ingerl-Gasse keine Abbiegespur.

Thema auch in der Gemeinderatssitzung

Die ÖVP-Ortsgruppe rund um Gerald Oswald hat sich in der Vorwoche mit einem Teil der Bewohner getroffen. „Die Menschen haben ja die Aufschließungsgebühren gezahlt und nach all den Jahren ist es für Straßenbelag und Beleuchtung höchste Zeit“, kritisiert er. Über die Mail-Adresse proungarviertel@gmail.com hat er ein Bürgerforum eingerichtet, in dem alle Wünsche und Beschwerden der Anrainer zusammenlaufen.

Dazu wird in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch ein Dringlichkeitsantrag bezüglich einer Verbesserung der Situation gestellt. „Die Menschen haben zumindest eine Antwort verdient, wann die Arbeiten erledigt werden“, meint auch ÖVP-Gemeinderat Christian Filipp.

„Auf der Prioritätenliste steht Wohnsiedlung ganz oben“

FPÖ-Verkehrsstadtrat Michael Schnedlitz sagt zumindest eine Verbesserung der Verkehrsanbindung über die Neudörfler Straße zu, die Johann-Schandl -Gasse (Siedlungs-Einfahrt über das Ungarviertel) soll zu einer Wohnstraße werden. Seitens der Stadtführung räumt man ein, dass es vor allem finanzielle Gründe für den verlangsamten Straßenbau gäbe.

„Auf der Prioritätenliste steht die Wohnsiedlung bei uns aber ganz oben“, sagt SPÖ-Vizebürgermeister Wolfgang Trofer auf Anfrage der NÖN.