Informatik-Urgestein Peter Mazohl tritt ab. Mehr als 40 Jahre lang hat Peter Mazohl am BG Babenbergerring unterrichtet. Der Professor etablierte Informatik als eigenen Zweig. Jetzt geht er in den Ruhestand.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 08. September 2019 (05:48)
Harald Makl
Peter Mazohl ist seit September im Ruhestand. Langweilig wird dem 64-Jährigen aber nicht: Er möchte sich vermehrt seinen EU-Projekten widmen.

Peter Mazohl hat die schulische Laufbahn von mehr als 1.000 Kindern und Jugendlichen begleitet und geprägt. Viele Schüler kennen ihn als Rom-Experten und verbinden ihn mit dem Comenius-Projekt, einem Programm der Europäischen Union mit dem Ziel, die Zusammenarbeit von Schulen innerhalb der EU zu fördern.

Von 1978 an unterrichtete er am Bundesgymnasium Babenbergerring. Mathematik, Physik, Chemie, Informatik und PTPM (Präsentationstechnik und Projektmanagement) zählten zu seinen Unterrichtsfächern. Dass es damals in Niederösterreich Lehrer gab, die Informatik unterrichteten, war zum Teil Mazohl zuzuschreiben.

EU-Experte für Erwachsenenbildung

Der Wiener Neustädter entwickelte bereits 1985 gemeinsam mit den Professoren Wolfgang Stromer, Peter Zierler und Helmut Heugl den Ausbildungsplan für die Aus- und Fortbildung von Informatiklehrern. „Bis 1996 hielten wir in Niederösterreich mehr als 30 Kurse ab“, erzählt Mazohl im NÖN-Gespräch. Am Bundesgymnasium Babenbergerring richtete der Professor Informatik als eigenen Zweig ein, nachdem er zuvor das Konzept für einen Schulversuch entwickelt hatte.

Aber auch abseits der Schule befasste sich Mazohl mit der Weiterbildung – jedoch von Erwachsenen. Der ausgebildete Trainer und Referent forschte zu technologisch verbessertem Unterricht und konzipierte das „Self–Evaluation-Mandala“, ein motivierendes Instrument auf dem Gebiet des Fernunterrichts und des Blended Learnings. Der 64-Jährige gilt europaweit als Experte für Erwachsenenbildung und gründete 2008 mit seinem Professoren-Kollegen Harald Makl die „Europäische Bildungsinitiative“, deren Präsident er auch derzeit ist.

Mit der Initiative und seiner zweiten Organisation der „European Foundation for Quality in Blended Learing“ war Mazohl bei mehreren Erasmus+-Projekten beteiligt. Gleichzeitig wurde er 2014 auch Lektor an der TU Wien. In Zukunft möchte sich der Professor mehr seinen EU-Projekten widmen. Am BG Babenbergerring wurde Peter Mazohl bereits in den Ruhestand verabschiedet. Rückblickend auf seine Lehrerzeit sagt er im NÖN-Gespräch: „Ich bin immer gerne in die Klassen gegangen.“