Wastl: Verdächtiger war zurechnungsfähig. Ermittlungen abgeschlossen / Psychiatrisches Gutachten für den verdächtigen Tischler liegt vor, Anklage ist bald möglich.

Erstellt am 19. November 2012 (00:00)
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Der verdächtige Tischler wurde im Vorjahr festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.Schranz
Von Mathias Schranz

WIENER NEUSTADT / Der verdächtige Tischler (FOTO oben) im Fall Heidrun Wastl könnte schon bald auf der Anklagebank sitzen. Denn die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind abgeschlossen, wie Sprecher Erich Habitzl bestätigt. Bisher hatte die Staatsanwaltschaft noch auf ein psychiatrisches Gutachten des Tischlers gewartet. Das liegt jetzt vor: Laut medizinischen Einschätzungen war der Mann zum Tatzeitpunkt vor zwölf Jahren zurechnungsfähig.

Damit sind monatelange Ermittlungen abgeschlossen, die ja mit der Wiederaufnahme des Falles im Vorjahr durch die „Cold-Case“ Einheit des Bundeskriminalamtes angefangen hatten. Die Spur führte zu einem schon damals verdächtigen 41-jährigen Mann, der erstmals gestand: Er sei am besagten Tag mit Heidrun Wastl in einem Wald bei Ofenbach spazieren gewesen. Die Frau wäre gestürzt und sei von einem Ast quasi gepfählt worden. In Panik sei er davon gelaufen, als er Tage später wieder zurückkam, sei die damals 37-Jährige verschwunden gewesen. Eine zweifelhafte Geschichte für die Kriminalisten, auch laut einem Gutachten eines Gerichtsmediziners bestehen erhebliche Zweifel an dieser Unglücks-Version.

Ob es jetzt zu einer Anklage kommt, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft. Die Untersuchungshaft wurde inzwischen auf zwei weitere Monate verlängert.

Eines ist aber freilich gewiss: Ohne der Leiche von Heidrun Wastl bleibt Wiener Neustadts größtes Kriminalrätsel auch bei einer Verurteilung ungelöst.