Rücktritt nach 35 Jahren. Bernd Rehberger übernimmt Geschicke der Keltengemeinde.

Von Franz Stangl. Erstellt am 20. Dezember 2018 (04:11)
Franz Stangl
Johann Giefing mit seinem ersten Gemeinde-Mitteilungsblatt, das bei seinem Amtsantritt vor 35 Jahren erschienen ist. Rückblickend sagt der scheidende Ortschef: „Ich möchte nichts missen.“

Niederösterreichs längst dienender Bürgermeister Johann Giefing (SPÖ) gab vorige Woche nach unglaublichen 35 Jahren im Amt seinen Rücktritt bekannt. Kurz vor seinem 66. Geburtstag und ein knappes Jahr vor den nächsten Gemeinderatswahlen im Jahr 2020 will er diese Funktion in jüngere Hände legen: „Ich glaube, dass jetzt der richtige Zeitpunkt da ist.“ Giefing war bereits seit 1974 für die Gemeinde als Sekretär tätig: „Damals noch ganz allein.“

Im Jahr 1982 wurde er in den Gemeinderat gewählt und noch am selben Tag als Vizebürgermeister angelobt. Nur zwei Jahre später wurde er wegen des plötzlichen Ablebens des seinerzeitigen Bürgermeisters Karl Eisinger in dieses Amt gewählt. In den kommenden Jahrzehnten sollten die Wahlerfolge fast zur Routine werden: Insgesamt wurde Giefing von den jeweiligen Bezirkshauptleuten achtmal angelobt. Zwischendurch kam dann von 2003 bis 2008 noch seine Tätigkeit als Bundesrat dazu.

Mit den Ausgrabungen am Burgberg in den neunziger Jahren legte Giefing auch den Grundstein für eine neue Ära – Schwarzenbach wurde Keltengemeinde, er selbst zum „Keltenfürsten“. Veranstaltungen wie Keltenfestival oder Keltentage sowie der Museumsturm und die keltische Stadt am Burgberg machten Schwarzenbach über die Landesgrenzen bekannt. Giefing über sein Erfolgsgeheimnis: „Ich habe immer eine gute Mannschaft gehabt und wir haben unsere Kraft gebündelt.“ Das „Miteinander statt gegeneinander“ spiegelt sich auch in den Abstimmungsergebnissen im Gemeinderat wider: Die Beschlüsse der letzten 15 Jahre waren immer einstimmig.

Die Amtsübergabe erfolgt am 7. Jänner, Nachfolger wird der Geschäftsführende Gemeinderat Bernd Rehberger.