Abschied mit Abstand im Bezirk Wr. Neustadt. Corona-Pandemie sorgt für schwierigere Bedingungen bei Bestattungen. In Kapellen dürfen derzeit maximal 50 Personen.

Von Philipp Hacker-Walton, Mathias Schranz und David Steiner. Erstellt am 28. Oktober 2020 (05:45)
Ein Besuch am Grab gehört an Allerheiligen für viele dazu.
Gleiss

Corona bringt es mit sich: Derzeit dürfen 100 Personen ein Begräbnis besuchen, in die Bestattungs-Kapelle dürfen 50 Personen. „Wir haben die Bestuhlung so gewählt, dass genügend Abstand gehalten werden kann“, so Hans Seiser, Leiter der Wiener Neustädter Friedhofsverwaltung. Ebenfalls Maßnahmen der Corona-Pandemie: „Das Erde-Nachwerfen beim Grab gibt es derzeit nicht, dazu versuchen wir von der Verwaltung so viel Termine wie möglich telefonisch zu erledigen.“

Vieles per Telefon oder Email abzuwickeln, sei ein drastischer Einschnitt, sagt Nicole Gerobel, die mit ihrem Mann Gregor seit 2013 das Bestattungsunternehmen Gerobel in Wiener Neustadt, Baden und Pfaffstätten leitet: „Uns war es immer wichtig die Angehörigen von Anfang bis zum Ende zu begleiten, für sie eine Stütze zu sein, zuzuhören, wenn sie reden wollten und sie auch in den Arm zu nehmen, wenn sie es brauchen. In der Krise konnten wir zu keinen Kunden fahren, wir durften keine Hausbesuche anbieten und es durften maximal zwei Personen gleichzeitig kommen.“

Der Trend hin zu Feuerbestattungen habe sich bei ihren Kunden schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie manifestiert – und in der Krise fortgesetzt, sagt Nicole Gerobel: „Wir haben 80 Prozent Feuerbestattungen und 20 Prozent Erdbestattungen.“ Wieso es so viele Feuerbestattungen gibt? Gerobel: „In der heutigen Zeit sind Natur-Bestattungen sehr angesagt, aber auch die Urne im eigenen Garten oder zu Hause in der Vitrine.“

Bei der Wiener Neustädter Friedhofsverwaltung gibt es keinen besonderen Trends: Zwischen 10 und 15 Prozent wollen eine Feuerbestattung, sagt Hans Seiser, „das hat sich die letzten Jahre eigentlich nicht verändert, manche wollen die Urne des Verstorbenen auch zu Hause stehen haben, was machbar ist.“

Vor Veranstaltungsabsagen macht Corona übrigens auch am Friedhof nicht halt: Der Rundgang der Stadtführung mit ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger zu den Ehrengräbern sowie die Kranzniederlegung entfällt heuer.

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