2.300 Personen in der Schutzzone kontrolliert. Vor einem Jahr wurden Bahnhof und Stadtpark zur Schutzzone erklärt. Seitdem wurden 701 Betretungsverbote gegen verdächtige Personen verhängt.

Von Mathias Schranz und Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 08. Mai 2018 (04:55)
Baldauf
Schauplatz Bahnhof: Hier kommt es immer wieder zu gemeinsamen Schwerpunktaktionen von Polizei und ÖBB-Sicherheitspersonal.

Es sind imposante Zahlen, die nach einem Jahr Schutzzone bleiben: Zwischen 1. Mai 2017 und 1. Mai 2018 wurden am Bahnhof und im Stadtpark rund 2.300 Personen von der Polizei kontrolliert. 701 Betretungsverbote wurden gegen verdächtige Personen verhängt.

Sie dürften die Schutzzone dann für 30 Tage nicht betreten – allerdings halten sich daran nicht alle, wie die Zahlen zeigen: Gegen 111 Personen wurde Anzeige erstattet, weil sie sich trotz Betretungsverbots in der Schutzzone aufgehalten hatten – gegen sie wurde ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet, sprich, sie müssen eine Geldstrafe zahlen. Bei uneinsichtigen Wiederholungstätern droht sogar eine Haftstrafe.

"Kleinen Fische gehen der Polizei ins Netz"

In Wiener Neustadt soll mit der Maßnahme der Polizei der Kampf gegen die Drogenkriminalität erleichtert werden. Denn den Beamten reicht in der Schutzzone bereits ein Verdacht, um ein Betretungsverbot aussprechen zu können. Freilich: Es sind vor allem die „kleinen Fische“, die der Polizei damit ins Netz gehen, an die Hintermänner zu kommen, ist da schon weit schwieriger.

Täglich werden Bahnhof und Stadtpark von der Exekutive bestreift, „am Bahnhof kommen dazu Schwerpunkte, die gemeinsam mit Sicherheitspersonal der ÖBB durchgeführt werden“, erklärt Polizeikommandant Manfred Fries. Die hartnäckigen Kontrollen seien auch der Grund, warum die Zahlen nicht abebben würden.

Und die Bestreifungen in Stadtpark und Bahnhof werden auch unvermindert weitergehen: Die Schutzzonen wurden wieder um sechs Monate bis in den Herbst verlängert. Politisch steht vor allem die bunte Stadtregierung zur Einführung der Schutzzonen, auch die SPÖ ist grundsätzlich dafür, befürchtet aber wie die Grünen einen Verdrängungseffekt. SPÖ und Grüne fordern zudem den verstärkten Einsatz von Streetworkern am Bahnhof und im Stadtpark – das wird derzeit im Rathaus geprüft.