24-jähriger Feuerteufel ist geständig. 24-Jähriger soll in einem Wohnhaus mehrere Brände gelegt haben. Aufgrund seiner Erkrankung wird eine Unterbringung in einem betreuten Wohnen geprüft. Verhandlung vertagt.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 02. August 2019 (05:08)
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Der Angeklagte bekannte sich vor Gericht schuldig.

Mit gesenktem Kopf und in Begleitung eines Justizwachbeamten steht ein 24-Jähriger vor dem Schwurgerichtssaal des Landesgerichts Wiener Neustadt. Er bricht in Tränen aus, schlägt seine Hände vors Gesicht. Seine Mutter tröstet ihn und richtet ihrem Sohn das weiße Hemd zurecht. „Jetzt hör auf, das wird schon“, flüstert sie ihm zu.

Dann wird der 24-Jährige in den Gerichtssaal gerufen. Der Wiener Neustädter soll in einem Keller eines Mehrparteienhauses in der Fischauergasse nahe der Kreuzung zum Flugfeldgürtel mehrere Brände gelegt sowie Müllcontainer und ein Fahrrad angezündet haben. Die Brandserie dauerte von November 2018 bis März 2019. Dann konnte ihm die Polizei das Handwerk legen. Seither sitzt er in Haft.

"Ich war psychisch angeschlagen, hatte leider die falschen Freunde"

Vor Gericht bekannte sich der 24-Jährige schuldig. „Ich war psychisch angeschlagen, hatte leider die falschen Freunde. Ich möchte mich entschuldigen und ich komme für den Schaden auf“, sagte der Angeklagte. Allein der finanzielle Verlust der Wohnbaugenossenschaft soll sich auf 46.000 Euro belaufen.

Bis der junge Mann seine Schulden begleichen kann, wird es aber noch dauern. Sein Konto ist überzogen und ein offener Kredit noch nicht abbezahlt. „Ich habe bei einem Freund investiert und mein ganzes Geld verloren.“ Wegen Problemen mit den Nachbaren soll der Neustädter die Brände gelegt haben. Diese dürften sein krankheitsbedingtes Verhalten falsch gedeutet haben, wie der psychiatrische Gutachter ausführte: Denn der 24-Jährige leide sowohl am Tourette-Syndrom als auch an einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). „Seine Zurechnungsfähigkeit war deutlich gemindert.“ Das Beste wäre laut Gutachter, dass der Angeklagte in einem betreuten Wohnen unterkommt. „Er braucht Menschen, die seine Krankheit verstehen.“

Ob ein geeigneter Platz für den Angeklagten gefunden werden kann, soll jetzt geprüft werden. Die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertragt.