Aktion: Kekse für Mohammad. Schüler der Privatschule Sta. Christiana bäckt und verkauft Kekse, um seinem syrischen Freund zu helfen.

Von Josef Kleinrath. Erstellt am 13. Dezember 2016 (04:13)
Jimmy Marton-Lindenthal bäckt und verkauft Kekse, um seinem syrischen Freund helfen zu können.
privat

Die Geschichte des zehnjährigen Mohammad ist NÖN-Lesern bekannt: Er flüchtete mit seiner Mutter und dem Onkel aus Syrien, am Weg nach England kam seine Mutter in Frankreich bei einem Unfall ums Leben. So ist er bei Verwandten in Österreich gelandet, ein Onkel hat nun die Obsorge für ihn.

Der Bub geht in die Privatschule Sta. Christiana, er hat aufgrund wechselnder Vormundschaften noch immer keinen dauerhaften Asylstatus. Er lebt mit seinem Onkel in Wiener Neustadt, aber an allen Ecken und Enden fehlt das Geld. Aktuell hat Mohammad winterfeste Schuhe gebraucht. Vertrauensvoll wandte er sich an Jimmy Marton-Lindenthal, seinen Schulfreund.

"Mittlerweile hat Mohammad seine winterfesten Schuhe"

Dessen Familie hat ihn immer wieder finanziell unterstützt. Aktuell war das allerdings auch nicht möglich. Was Jimmy nicht davon abhielt, selbst die Initiative zu ergreifen. Kurzerhand nahm er sich ein Kochbuch von Jamie Oliver zur Hand, suchte sich ein Keks-Rezept heraus und machte sich ans Backen.

Mit den fertigen Keksen in einem Bauchladen zog der Schüler durch die Stadt, um Kekse für Mohammad zu verkaufen. Und wie der geschäftstüchtige junge Bursche das machte: Nicht nur, dass er zahlreiche Kekse an den Mann brachte, konnte er sogar Wiener Neustädter Unternehmer wie Konditor Heinz Ferstl und das Leopold-Geschäft in der Herzog Leopold Straße davon überzeugen, seine selbstgemachten Kekse zu verkaufen. Machte Jimmy die Kekse erst alleine, helfen ihm nun aufgrund der enormen Nachfrage schon die große Schwester, seine Mutter sowie Vater und Stiefvater.

Mittlerweile hat Mohammad seine winterfesten Schuhe. Aber damit nicht genug. Jimmy will auch die Anzahlung für die Winterschulwoche für Mohammad aufstellen, damit der junge Syrer mitkommen kann. Und alles weitere Geld soll in einen Topf kommen, aus dem kleinere laufende Ausgaben in der Schule für Mohammad gedeckt werden sollen.