Beschwerde: Mieterin ärgert sich über „Überflutung“. Mieterin beklagt „Hygiene-Probleme“ in Anlage und vermisst Engagement der zuständigen Genossenschaft.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 01. August 2019 (05:56)
Ein Bild des Hofes zeigt die Situation deutlich. „Wenn ein Abwasserkanal verstopft ist, schwimmt der Hof unter Abwässern – und diese Abwässer sickern sofort durch die Mauern in Kellerabteile und Gänge hinunter“, ärgert sich die Mieterin, die sich an die NÖN wandte.
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Ganz und gar nicht gut zu sprechen ist eine Bewohnerin des „Kirchschlägerhofs“ am Babenbergerring auf die zuständige Wohnbaugenossenschaft. Seit der dortige Hausbesorger in Ruhestand sei, wäre die dortige Zentrale nämlich für Notfälle zuständig – doch Beschwerden würden „seit Monaten ignoriert werden“, bemängelt die Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Konkretes Problem seien die Abwasserrohre, die bereits 32 Jahre auf dem Buckel hätten, „wie der ganze Bau“, wie die Mieterin erklärt. „Wenn ein Abwasserkanal verstopft ist, schwimmt der Hof unter Abwässern samt WC-Papier etc., und diese Abwässer sickern sofort durch die Mauern in Kellerabteile und Gänge hinunter.

Die Genossenschaft will allein entscheiden, welche Firma sich um einen Notfall kümmern darf, hat aber keinen Journaldienst“, bemängelt die Bewohnerin. Es sei schon schlimm genug, „wenn sich bei starken Regenfällen das Regenwasser seinen Weg in die Kellergänge und -abteile sucht und an den Mauern herunterrinnt“, berichtet sie weiter. Neuerdings sei dasselbe ohne Regenschauer passiert – es sei zu „Hygiene-Problemen“ und „Geruchsbelästigung“ gekommen, zeigt sich die Dame verärgert.

Genossenschaft weist Kritik zurück

Bei der EBG (Gemeinnützige Ein- und Mehrfamilienhäuser Baugenossenschaft) in Wien reagiert man auf Anfrage der NÖN überrascht – und vor allem verärgert. Richtig sei, „dass in der Anlage gelegentlich Probleme mit der Abwasseranlage“ entstehen würden, so Obmann Martin Orner. „Die Ursache dafür ist hauptsächlich, dass aus den Wohnungen Abfälle wie Speisereste, Katzenstreu, Altöl etc. über die Abwasseranlage entsorgt werden, was zu Verstopfungen führt.“

Man weise laufend daraufhin, dass dies nicht zulässig sei, habe damit aber nur beschränkt Erfolg, so Orner. Die Behebung von Schäden werde „selbstverständlich immer sofort beauftragt“, führt er weiter aus. Und er weist den Vorwurf, dass man Beschwerden ignoriere, zurück: „Die Darstellung entspricht nicht den Tatsachen!“ Viel mehr stehe den Bewohnern ein 24-Stunden-Journaldienst einer Firma zur Verfügung, „dies ist den Bewohnern auch bekannt“, so Orner in einer schriftlichen Stellungnahme zur NÖN.