Bezirk Nord/Ost: Gemeinden halten Versorgung aufrecht. Die NÖN sprach mit Ebenfurths Bürgermeister Alfredo Rosenmaier, Eggendorfs Ortschef Thomas Pollak (beide SPÖ) und der ZZ-Vizebürgermeisterin der Gemeinde Zillingdorf Barbara Heinreichsberger über die Veränderungen im Ortsleben.

Von Luis Heuschneider. Erstellt am 24. März 2020 (05:20)
In vielen Gemeinden werden derzeit Lieferdienste angeboten.
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Die aktuelle Coronavirus-Problematik hat den Alltag aller maßgeblich verändert. Auch in den Gemeinden Ebenfurth, Eggendorf und Zillingdorf steht man nun vor neuen Herausforderungen. Zahlreiche Vorkehrungen um die Verbreitung des Virus aufzuhalten, trotzdem aber die Versorgung und das Wohlbefinden der Bürger zu gewährleisten, wurden getroffen. Allen voran den Risikogruppen wolle man Schutz vor einer Ansteckung bieten. So wurde für jene ein Heimdienst eingerichtet, welcher Einkäufe und wichtige Besorgungen tätigt.

In Zillingdorf liefert der örtliche „Nah&Frisch“ bestellte Produkte  an Risikogruppen. Weiters erledigt ein Team, aus vier Mitgliedern der Liste Zillingdorf Zuerst, weitere wichtige Tätigkeiten, wie die Besorgung und Lieferung von Medikamenten. In Ebenfurth und Eggendorf übernehmen Gemeindebedienstete die Einkaufs- und Besorgungstätigkeiten. Laut den Ortschefs stellt dies, bis dato, noch kein Problem dar. Sollte aber der Bedarf an Heimdiensten stark steigen, könne man zusätzlich auf zahlreiche freiwillige Helfer zurückgreifen.

Auch eine Betreuungsmöglichkeit an den örtlichen Schulen und Kindergärten gibt es, welche aber in der vergangenen Woche lediglich von einer Handvoll Schüler, der Zillingdorfer Volksschule, genutzt wurde. Geschlossene Lokale finden sich mittlerweile im ganzen Land. So hat das Café-Auszeit und das Amtshaus in Eggendorf, von Bewirtung im Lokal, zu Hauslieferung umgestellt um den Küchenbetrieb aufrechtzuhalten. Nicht nur für die Gastronomie, sondern für die gesamte Wirtschaft stellt das Virus eine große Herausforderung dar. So sind auch die Gemeinden, als Wirtschaftsfaktor, davon betroffen. „Ich finde das Hilfspaket der Bundesregierung, für unsere Unternehmen, toll. Allerdings muss es, zusätzlich dazu, noch eines für unsere Gemeinden geben“, meinte Rosenmaier im NÖN-Gespräch.

 Bürgermeister ergreifen Eigeninitiative

 Die Bürgermeister ergreifen auch Eigeninitiative im Kampf gegen das Virus. So wird in Ebenfurth die alljährliche Blutspendeaktion heuer im Stadtsaal, wo genügend Schutz vor einer Ansteckung geboten sein soll, stattfinden. „Ich wünsche mir konkretere Maßnahmen der Regierung und kein tägliches Verändern und Umstellen der Bestimmungen“, so Pollak. Dies sei auch der Grund, warum die Spielplätze und andere Freizeiteinrichtungen, seiner Gemeinde, unabhängig von den Anordnungen der Regierung gesperrt bleiben.

In Zillingdorf hat Barbara Heinreichsberger, in Zusammenarbeit mit der Gemeindeärztin Cornelia Honc, einen Brief verfasst und an alle Bürger ausgesendet. Auf welchem Telefonnummern stehen, an die man sich wenden kann, wenn Hilfe jeglicher Art benötigt wird, weiters wird darin an den Zusammenhalt appelliert. „Denn wir müssen in dieser schwierigen Zeit alle an einem Strang ziehen“, findet Heinreichsberger.

Um jegliches Risiko auszuschließen hat der Ebenfurther Ortschef, Alfredo Rosenmaier, den zwei Feuerwehren der Gemeinde privaten sowie dienstlichen Kontakt untersagt. So stände im Falle einer Ansteckung, immer noch eine Feuerwehr zur Verfügung. Abschließend zeigen sich die Ortschefs mit dem Zusammenhalt und dem eigenen sowie gegenseitigen Schutz ihrer Bürger zufrieden. Die Maßnahmen werden gut angenommen. Besonders die Zusammenarbeit mit Bezirkshauptmann Markus Sauer, streicht Alfredo Rosenmaier als besonders gut heraus.