Der Traum, der jetzt Realität wird. Kindergärtnerin Julia Füßl hat den Kindergarten Maria Lanzendorf verlassen, wagt den Schritt in die Selbständigkeit und wird Tagesmutter in ihrem Wohnort Wiener Neustadt.

Von Peter Gerber Plech. Erstellt am 26. April 2020 (19:19)
Bald betreut Julia Füßl als Tagesmutter in Wiener Neustadt die Kinder in ihrem Wohnhaus und Garten.
privat

Während mehr als acht Jahren hat Julia Füßl Kinder durch deren Kindergartenzeit begleitet. Nun startet die 41 Jahre alte Mutter ein neues Abenteuer: aus der Kindergartenbetreuerin von Maria Lanzendorf wird eine selbständige Tagesmutter in Wiener Neustadt.

„Ich habe diesen Traum immer wieder gehabt und im vergangenen Dezember habe ich mich dazu entschieden, dass ich diesen Schritt jetzt wagen will“, erklärt Julia Füßl die Beweggründe für ihre berufliche Veränderung. Seit sie vor drei Jahren ihren Wohnort nach Wiener Neustadt verlegt hat habe sie immer wieder mit dem Gedanken gespielt. „Aber ich konnte mich nicht entscheiden, ich wollte vom Kindergarten und von den Kindern nicht weg.“ Sie habe in Maria Lanzendorf viel dazulernen dürfen und werde ihre Kolleginnen künftig bestimmt vermissen, sagt Füßl.

Ende August oder Anfang September will sie, wenn es die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie erlauben, ihre Arbeit aufnehmen. „Bedarf für eine Tagesmutter besteht, das habe ich unter anderem mit dem Hilfswerk abgeklärt. Und da meine Wohnung nahe des Krankenhauses von Wiener Neustadt sehr zentral gelegen ist, rechne ich damit, dass ich hier einen gesuchten Service anbieten kann und mir Kinder anvertraut werden.“ 

Die Mutter von zwei „flügge“ gewordenen Töchtern im Alter von 17 und 20 Jahren freue sich darauf, dass sie künftig noch individueller auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen könne. „Ich werde pro Tag bis zu maximal sieben Kinder – drei davon im Vorschulalter – betreuen“, sagt Julia Füßl. Und sie kann künftig eine weitere Leidenschaft mit der Kinderbetreuung verbinden. „Ich koche gerne und freue mich darauf, mit den Kindern in der Küche zu stehen.“

Wegen der Besonderheit der Corona-Zeit hat eine offizielle Verabschiedung durch die Gemeinde Maria Lanzendorf noch nicht stattfinden können. Diese soll, so sagt SP-Bürgermeister Peter Wolf, bei Gelegenheit aber nachgeholt werden.