Erstes Werk als blinde Autorin. Heidemarie Feucht gibt mit ihrem Buch „Sehbehindert – na und? Mut tut gut.“ Betroffenen eine Hilfestellung für ihr Leben.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 03. September 2017 (04:02)
Heidemarie Feucht mit ihrem ersten Werk „Sehbehindert – na und? Mut tut gut.“
Veraszto

Mit dem Buch „Sehbehindert – na und? Mut tut gut.“ hat die in Wiener Neustadt geborene und heute in Maiersdorf lebende Heidemarie Feucht Momente ihres Lebens niedergeschrieben, die sie trotz ihrer Sehbehinderung gemeistert hat.Das Werk soll anderen Betroffenen eine Hilfestellung sein und ihnen Hoffnung geben. Ein Jahr lang hat die 54-Jährige an ihrem Buch gearbeitet. Zuerst hat sie alles handschriftlich verfasst. Dieses Skriptum wurde dann von ihrem Mann in den Computer getippt.

Mittels Bildschirmlesegerät konnte die Maiersdorferin das Buch immer wieder korrigieren und fertigstellen. Trotz der mühsamen Arbeit dachte Feucht niemals ans Aufgeben: „Ich wollte es fertigmachen, auch wenn ich drei Jahre dafür gebraucht hätte. So kann ich der Gesellschaft helfen.“ Sie wog bei ihrer Geburt nur 1,3 Kilogramm und leidet an der Frühgeborenenerkrankung „retrolentale Fibroplasie“. Nach zahlreichen Operationen, die nicht helfen konnten, besitzt die zweifache Mutter heute links ein Glasauge. Rechts ist sie, wie sie der NÖN schilderte, eigentlich blind.

Eines macht Heidemarie Feucht besonders stolz: Der Verlag wollte kaum Änderungen am Buch vornehmen. „Es ist genauso geworden, wie ich es mir vorgestellt habe“, so Feucht.

Am 22. September um 19 Uhr findet in der Kronen-Apotheke die erste Lesung in Wiener Neustadt statt. Feuchts Tochter Lisa sowie die Deutsch-Studentin Maria Kranner werden aus dem Werk vorlesen.